Samstag, 14. Mai 2016

Krisenpsychologie: How to Deal with Russians

Im Postcollapse-Fall wird man sich einer gewissen Anzahl russischer Truppen und der zugehörigen Verwaltung gegenübersehen. Jegliche Versuche, dem mit Rhetorik oder Vernunft beizukommen sind automatisch zum Scheitern verurteilt. Vielmehr mehr sollte man sich im Vorfeld mit typischen russischen Organisationsformen vertraut machen und entsprechend agieren.

- Ein Gastbeitrag von Dominik

Die Kommission

Abbildung 1: Wahlplakat - Wer seine Nachbarn genug hasst, 
könnte schon morgen eine Kolchose leiten.

In Russland wird jeder Scheißhaufen von einer eigens eingesetzten Kommission überwacht und reglementiert. Diese Kommissionen werden demokratisch gewählt. Das bedeutet, die örtliche Kommission besteht aus den schlimmsten Psychopathen die sich auf die Schnelle finden lassen. Der in der gesamten Straße verhasste Nachbar, die Frau mit den vier Katzen und zwei Hunden, der schizophrene Alkoholiker vom Bahnhof oder Alice Schwarzer sind dabei alles mögliche Kandidaten. Wie in den Durchführungsbestimmungen der Geheimdienste festgelegt, ist das entscheidende Qualifikationskriterium hierbei „ausreichender Klassenhass“, der durch ausgeprägtes anti-soziales Verhalten dokumentiert wird. Die Auswahl und Rekrutierung übernimmt der zuständige Führungsoffizier, während die Anwohner entscheiden dürfen, welcher unsympathischen Hackfresse, sie ihre Stimme geben möchten.
Besonders beliebt sind dabei Kommissionen zur Hygiene, Volksgesundheit und vergleichbarer sozialistischen Rotz. Die Aufgabe der Kommissionen besteht nicht darin, gegen tatsächlich vorhandene Missstände, wie den allgegenwärtigen Alkoholismus oder die völlige Verschmutzung der Wohnanlagen inklusive Schädlingsbefall vorzugehen, sondern einen Vorwand zu schaffen, um jederzeit die persönlichen Räumlichkeiten nach unerwünschten Materialien und Wertgegenständen durchsuchen zu können, ohne dafür polizeiliche oder geheimdienstliche Ressourcen binden zu müssen. Wird dabei etwas gefunden, das nur entfernt politische Tendenzen erkennen lässt, hat man gerade sein Ticket für die örtliche Arbeitsbrigade gebucht, um die Schuld an der Gemeinschaft abzuarbeiten. Sollten man über Wertgegenstände verfügen, werden sie eingezogen und man erhält als Ersatz einen Gutschein der Regierung. Für jede Art von Survival-Spielzeug gilt ähnliches, mit der Einschränkung, dass die Befragung durch Sicherheitskräfte hinzukommt.
Hier helfen nur noch Verstecke außerhalb der eigenen vier Wände. Jede Weigerung endet nur in der Arbeitsbrigade mit anschließender noch gründlicher Durchsuchung. Ebenfalls darf weder Ehepartner, noch Kinder, Freunde oder sonst irgendwer über mögliche Verstecke Bescheid wissen.

Die Rationierung

Abbildung 2: Am Marktplatz - Das durchschnittliche Warenangebot im Sozialismus

Sollte durch eine außergewöhnliche Fügung des Schicksal einmal kurzfristig kein Mangel im Sozialismus herrschen und die Kommission drohen ihre Bedeutung zu verlieren, wird augenblicklich damit begonnen, durch künstliche Verknappung, in Form von Regulierung, den Mangel wieder herzustellen. Wer mit dem Zuteilungsschein A38 in der Warteschlage für Benzin steht, hat kein Mitleid zu erwarten und ist an seiner Situation selber schuld. Vielmehr empfiehlt es sich, Tauschgeschäfte mit Soldaten zu initiieren, die sich für die eigene Ausrüstung üblicherweise einen Dreck interessieren. Wer eine kleine Flasche Wodka oder die Nacktbilder seiner Schwester anzubieten hat, kann damit rechnen mehrere Liter Benzin aus dem nächsten Militär-LKW abgesaugt zu bekommen. Gleiches gilt für jede andere Art von Gut, die sich in Beständen der Armee befindet und in Russland ist das typischerweise alles.

Die Arbeitsbrigade

Abbildung 3: Bei der Arbeitsbrigade - Löcher graben für die Weltrevolution

Hat man sich aufgrund des allgegenwärtigen Mangels, Schlangestehens oder des Vorgehens der Kommission beschwert, ist man vermutlich in der Arbeitsbrigade gelandet. Allerdings ist auch hier noch nicht alles verloren, denn hin und wieder verirrt sich auch ein richtiger Krimineller dorthin. Beim Schnee schippen, Steine klopfen oder Löcher graben lässt sich eine Vielzahl nützlicher Geschäftskontakte knüpfen. Als Faustregel gilt dabei, ein Kolonnenaufseher ist mindestens so korrupt wie ein Soldat. Man muss nur seinen Preis kennen, der Kriminelle kann es dann vermutlich beschaffen. Der Hauptgewinn besteht darin, es auf die Krankenstation zu schaffen. Das ist in der Arbeitsbrigade angekommen zugegeben schwierig. Ist man hingegen bereit die zugehörigen Prügel einzustecken, kann man versuchen seinen Aufseher auf die Schuhe zu erbrechen. Der Lohn kann den Einsatz wert sein. Auf Morphine darf man zwar nicht hoffen, die wurden vermutlich schon verkauft. Allerdings können ein paar Fläschchen Desinfektionsmittel einen erheblichen Tauschwert darstellen. Ein Alkoholiker auf Entzug trinkt so gut wie alles und das verfügbare Angebot in der Kolonne ist eher beschränkt. Entsprechende Gegenwerte wird er finden, der Entzug alleine ist schlimmer.

Das Gesundheitssystem

Es gibt kein russisches Gesundheitssystem oder Sozialsystem, weder jetzt noch im Postcollapse. Staatliche Gegenleistungen, außer bei vorbildlichen Verhalten vielleicht nicht eingesperrt zu werden, existieren nicht. Die heutigen berühmten 40.000 Rubel Kindergeld für das zweite Kind sind ein Gutschein vom Staat mit fiktivem Wert, um damit wieder „Leistungen“ vom Staat wie Kita-Plätze einzukaufen.
Allerdings werden Krankenhäuser, auch im Postcollapse-Fall, für Patienten mit harter Währung weiterhin Versorgungsgüter einkaufen. Für den Survivalist ist dies eine der einträglichsten Branchen, um als Mittelsmann aktiv zu werden. Es empfiehlt sich Konsumgüter wie Zigaretten, Alkohol und pornographisches Material einzukaufen, so weit als möglich zu strecken und gegen Material aus Armeebeständen zu tauschen. Die umetikettierte Armeeausstattung geht gegen harte Währung ans Krankenhaus und dem gemeinen russischen Soldaten bleiben wässriger Wodka und die Notfallschere aus dem Verbandskasten.
Neben Wasser für Wodka, bietet sich insbesondere Sägemehl für Tabak an. Innerhalb der russischen Streitkräfte nennt man das einen Stalinez und ist noch immer eine Stufe über der Papirossi angesiedelt. Papirossi werden aus den ausgewählten, noblen Tabaksorten Sibiriens gefertigt und lassen „Erichs Krönung“ vor Neid erblassen. Gleichzeitig bilden sie die Standardration.
Für pornographisches Material lässt sich die jeweilige Nacktseite aus Illustrierten herauslösen und die gesammelten und abgehefteten Nackseiten als Magazin eintauschen. Am Ende sind diese Pisser selber schuld und hätten unter dem Stein bleiben sollen, unter dem sie hervorgekrochen sind.

Das Kulturangebot

 
Abbildung 4: Haus der Kultur - Der Plan bestand darin, drei Schwarze in Kostüme zu stecken 
und die russische Tanzlehrerin imitieren zu lassen.

Jeder russische Ort verfügt über ein „Haus der Kultur“ und nach einer Invasion, sind diese Propagandazentren vermutlich das Erste, das auch hier eröffnen wird. Russland ist nicht liberal, islamische Bücher sind verboten, ethnische Ausschreitungen an der Tagesordnung und etablierte Politiker wie Schirinowski sind eine Bande von Judenhassern, die Homosexuellen das Autofahren verbieten möchten.
Das System ist darauf fokussiert, Leute klein zuhalten, das eigene Volk mit Dingen zu füttern, die es anderen Völkern stiehlt und zur Ablenkung drittklassige Propaganda und Unterhaltung zu produzieren. Die Besucher eines solchen Kulturzentrums sind folgerichtig hirntot und damit Kundschaft des Lösegeld-Unternehmers von morgen. Nach den Lehren aus Russland der 90er, sind dabei eine Reihe von Regeln einzuhalten.
  1. Man kidnappt niemanden in der Öffentlichkeit und immer nur eine Person
  2. Lässt sich das nicht vermeiden, kidnappt man nicht auch noch die Zeugen
  3. Unter keinerlei Umständen ist es der Geisel gestattet, eigene Geiseln zu nehmen
  4. Sollte man sich, im Widerspruch zu den Regeln 1., 2. und 3., doch in einem Raum voller Geiseln wiederfinden, sollte man seinen derzeitigen Crystal Meth Konsum ernsthaft überdenken

Hat man das verstanden, kann man damit beginnen, sich um ein Safe House zu bemühen. Als Regel gilt hierbei, eine Unterkunft in einer anonymen Hochhaussiedlung am Stadtrand zu beschaffen, nach Möglichkeit mit direkten Autobahnanschluss. Keinesfalls sind 300 Seelen Gemeinden am Land, voller misstrauischer deutscher Rentner geeignet, wie im Fall der Sauerlandgruppe geschehen. Im nächsten Schritt, versucht man eine dieser Putin-Bitches vom Kulturzentrum weg und hinein ins Safe House zu locken. Insbesondere das Versprechen von Selbstgebrannten oder auf Russisch Samogon hat sich als effektiv erwiesen. Personen die unter dem Schutz oder Kryscha einer Band bzw. Organisation stehen sind tabu, alle anderen gelten als Freiwild. Beim Transport zum Safe House sollte man beachten, einen handelsüblichen PKW und keinen weißen oder schlimmer hellblauen Kleinlaster zu wählen. Abschließend zeigen insbesondere Erfahrungen aus Ländern wie Pakistan, dass das Lösegeld selbst nicht zu gering bemessen werden darf. Geschieht dies, nimmt die Familie des Opfers manchmal fälschlicherweise an, der Betroffene hätte seine eigene Entführung inszeniert, um bspw. offene Spielschulden zu begleichen. Als angemessen gelten hierbei ein bis drei Monatsgehälter.

Zusammenfassung

Wer es mit einer russischen Besatzungstruppe zu tun bekommt, sollte schon längst weg sein, ist aber noch nicht völlig am Arsch. Wer sich angesichts einer korrupten, verkommen Gesellschaft allerdings auf die Suche nach dem guten Heiden Lot machen möchte, ist es vermutlich tatsächlich.
Na, verstanden ? – Lot, Sodom, sodomieren, am Arsch und so... 
Den Einwohnern von Lugansk und Donetsk geht es nach ihrer „Befreiung“ keinen Deut besser, außer das sie von ihrer Schwerindustrie befreit wurden. Für den Survivalist bleibt die Möglichkeit die Charakterschwächen des Gegners gezielt zu nutzen.



Einzelnachweise:

Wie man mit Ostdiensten umgeht – Mein Leben in drei Geheimdiensten
Nach dem Kollaps – Fotosammlung Tadschikistan
"Es sind nicht alle so – Ex-Geheimdienstoffiziere im Interview
How to Successfully Kidnap Strangers – Auf Goodreads



Kommentare:

  1. Die Arbeitsbrigade "Roter Stern" erhält den Auftrag, auf dem Roten Platz ein Loch für eine neue Laterne zu graben. Als das Loch fertig ausgeschachtet ist, wird überlegt, was mit dem Aushub des gegrabenen Loches passieren soll. Es wird einfach ein zweites Loch gegraben, in dem der Aushub des ersten Loches versenkt wird. Für den Aushub des zweiten Loches ist nunmehr das Ausschachten eines dritten Loches zwingend notwendig. Der Parteisekretär beobachtet freudig die Schachtarbeiten der Arbeitsbrigade vom Fenster aus. Er erkennt, daß das Problem mit dem Aushub auch nach dem Ausschachten weiterer Löcher so nicht gelöst werden kann, und ruft vom Fenster aus: "Genossen, ihr müßt tiefer graben!"

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  2. Ich hab dich was gefragt! Ist es sinnvoll mit Softair Waffen schießen zu üben? Ich tu das für meine Heimat und mein Land!

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    1. DA ISSES, da hab ichs hinverschoben du Leuchte:
      http://postcollapse.blogspot.com/2015/04/uber-airsoft.html?showComment=1463301961080#c4511402094157520301

      Du benutzt doch für deine Heimat und dein Land nicht mal die Suchfunktion!

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    2. Ist dir irgendwer eine Antwort schuldig? Hast du etwa für diesen Blog bezahlt? Wie sollen Menschen mit einem solchen Anspruchsdenken den Collapse Fall überleben?

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