Mittwoch, 22. Juni 2016

Barbarenland


Deutschland existiert nicht mehr. Das ist jetzt Barbarenland.

Im Jahr 400 a.d. haben römische Bürger immer noch den Titel und römische Kleidung getragen sowie Latein gesprochen, doch Rom existierte eigentlich nicht mehr. Die Regierung war dabei sich nach Ravenna zu verlegen und römische Institutionen verloren mehr und mehr an Bedeutung. Viele römische Bürger verliesen das Imperium um unter den Barbaren zu leben. Rom hatte seine Identität verloren und die kulturelle Assimilierung vieler fremder Völker, denen vorher noch Rom als Identität gedient hatte, führte dazu, dass diese Identität so breit gefächert war, dass sie keine Bedeutung mehr hatte.

Genau das passiert jetzt mit Westeuropa, nur sehr viel schneller als früher. Deutsche Institutionen biegen das Recht und verlieren zwangsläufig an Bedeutung während die Barbaren Parteien und Institutionen besetzen, für die der Einheimische längst kein Interesse mehr aufbringen kann. Das "alte Deutschland" wie es vielleicht noch in den grau bewachsenen Köpfen konservativer Babyboomer existiert ist längst tot und wird nicht mehr wiederkommen.

Die vielen Millionen Menschen aus nicht-europäischen Kulturräumen, die in der Alten Welt bereits siedeln, werden bleiben. Auch die bösartigsten Judenhasser unter ihnen sind bis zum Vollzug ihrer Verbrechen unantastbar. Versprechungen auf die Wiederherstellung der gewohnten demokratischen Verhältnisse sind völkerrechtswidriger Populismus.
- Gunnar Heinsohn, Achgut, 28.06.2015

Das neue Zeitalter der NGOs
Dabei ergibt sich eine Möglichkeit, die es bisher in der Geschichte nicht gab. Technologie hat aus Völkern Ansammlungen von Free Agents gemacht, von freischaffenden Söldnerseelen die nicht wirklich gebunden sind an dauerhafte Allianzen mit Stämmen und Nationen. Kapitalismus hat durch Technologie geschaffen, wovon die Kommunisten nur theoretisieren konnten, indem Technologie die Produktionsmittel tatsächlich in Volkshand übergeben hat. Diese freien Agenten bilden ihrerseits neue Zweckbündnisse und die Mittel die sie dafür heute aufbringen können machen NGOs seit langem wieder unabhängig von staatlichen Sponsoren und deren Kontrolle. Die unbeabsichtigte Dezentralisierung wird begleitet von Chaos und das Ergebnis wird nicht die New World Order aus liberalen Demokratien sein wie sie westliche Theoretiker nach dem Fall der Sowjetunion, die das Ende der Geschichte markieren sollte, voraussehen wollten. Vielmehr machen sich archaische Gruppierungen und ihre Ideologien die Produkte westlicher Zivilisation zu Nutze um selbst das zu tun, was laut des Soziologen Max Weber einen Staat definiert: Gebiet halten und auf diesem Gebiet das Recht beanspruchen als einzige Macht legitime Gewalt auszuüben. Rebellenbewegungen seit jeher tun nichts anderes und auch ISIS ist eine solche NGO die zu einer legitimen Regierung werden will.

You wanted to be safe from the government so you became a stupid government!

Das Zweckbündnis welches als Islamische Staat operiert zwischen Islamisten, ehemaligen Bath Funktionären, Angehörigen der aufgelösten irakischen Armee, Kampfgruppen aus dem syrischen Bürgerkrieg und Stammesgruppen die im Klinsch mit der Zentralregierung in Bagdad liegen, ist dabei den Kriegshaufen nicht unähnlich, die nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches ihre kleinen Fürstentümer aus den Resten des Imperiums geschnitten haben. Diese Gruppierungen begannen als oft als Kriegshaufen und umherziehende Banden, welche geführt wurden von Militärunternehmern, welche von den Römern oft ausgebildet wurden. Wir nennen Gallien immer noch Frankreich, obwohl die germanischen Franken als Flüchtlinge vor den Hunnen in diese römische Provinz gekommen sind. Diese kleineren Strukturen sind flexibler darin sich verändernden Umständen anzupassen und oft wurde das alte Establishment überrumpelt, von mobileren, flexibleren und innovativeren Methoden dieser Emporkömmlinge. Letztendlich wollen diese Emporkömmlinge selbst wieder zu legitimen Strukturen werden, wie etwa Nationalstaaten. Viele Strukturen der Vergangenheit, die sich kaum bis gar nicht von ISIS unterschieden haben, sind über die Epochen hinweg zu den modernen Staatskonstrukten der Gegenwart geworden.

Such a scenario has occurred at least twice previously in Western history, first when cavalry-based raiders destroyed the foot-based legions of Rome, and later when arquebus-using mercenaries slaughtered the equine-based knighthood of feudal Europe. In each instance new forms of social and political organization followed the triumph of those armed with new or different forms of military means--the feudal state during the medieval epoch and the nation-state during the modern epoch.

These earlier state forms, initially ruled by leaders little better than today's mafia bosses or drug kingpins, became respectable and legitimate political entities when the new forms of social and political organization which they represented became institutionalized as the dominant social, ethical, religious, and economic patterns. Should such a process begin in the next few decades, crime-based successors to the failing nation-state would begin to emerge from among the bands of predators presently bedeviling Western and other nations. As in the past, they would be founded on mercenary and warrior groups; their successes would lead to some form of follow-on state and allow them to begin to assume the mantle of respectability. History tends to be written by the victors.
- Robert J. Bunker, Parameters, Summer 1997, pp. 15-25.


Eine staatslose Welt
In den nächsten Jahren wird der Trend hin zur Auflösung und Verwitterung von Staatskonstrukten weiter zunehmen und sich viel schneller vollziehen als es früher noch der Fall war. Der amerikanische National Intelligence Council geht in dem Report Global Trends 2030 auch von dem möglichen Szenario einer Nonstate World aus, einer Welt in der Zentralstaat an Bedeutung verlieren und kleine Gruppierungen von dem, was man heute als NGOs bezeichnet, von diesen Reststaaten als Free Agents genutzt werden, deren Allianzen sich je nach Auftragslage verschieben. Dieses Szenario wird als weniger problematisch angesehen als bspw. das von Staaten, die in einem industriellen Maßstab Völkermorde durchführen können, wie es kleine NGOs mit ihren stadtstaatenartigen Einflussgebieten nicht bewerkstelligen könnten. Zudem können sich Konzerne in einer solchen Ordnung freier Bewegen und die Konkurrenz um Potential und Investitionen kann ein stabilisierender Faktor sein.


Rückgang und Vakuum
Deutschland ist das einzige Land in Europa was seinen Niedergang einigermaßen steuern kann. Die Regierung ist sich der Zahlen negativer Demografie bewusst und betreibt trotz allem immer noch ein recht geschicktes Sozial-Management, bei dem die Unterschicht still gehalten wird und der Rückbau von Dörfern in Brandenburg zwar den Wölfen Raum lässt, dieser aber nicht von anderen Akteuren eingenommen wird. Und genau hier kann man in Deutschland ansetzen, wenn es darum geht sich Reste aus dem toten Tier zu schneiden um selbst stärker zu werden.

Der Vorteil der modernen Wirtschaft und auch Fraktion ist es, dass Nationen heute nicht mehr durch Blut&Boden definiert werden müssen, sondern durch Wettbewerb attraktiv werden. Eine kleine Nation wie Holland kann innovativer und produktiver sein als das riesige Russland mit all seinen Bodenschätzen. Wer in die Lücken springen will die der Rückzug der Bundesregierung hinterlässt, der kann einen ähnlichen Weg gehen wie die Warlords der Barbaren, die aus den Resten des Weströmischen Reiches die modernen europäischen Nationen erschaffen haben.

Die erste Entwicklungsstufe ist dabei immer die Warband, die Gruppe junger Männer die streitlustig Land besetzen, Land halten und Land verteidigen kann. Land gehört dem der es halten kann. Ein Perimeter wurde errichtet. Genauer bedeutet das, dass man lediglich in eine Gegend ziehen muss, in der man schnell eine demografische Übermacht darstellen kann oder zumindest das Potential mustern kann, die dortigen politischen Entscheidungen zu beeinflussen. Eigene Anhänger welche Ideen teilen sollen angelockt, Gegner eingeschüchtert oder vertrieben werden.

Die zweite Entwicklungsstufe ist größt mögliche Autarkie, was mit moderner Technik leichter ist als jemals zuvor. Wasseraufbereitungsanlagen für Gartenteichreservoire, Stromgeneratoren und meinetwegen auch Solarzellen geben eine Möglichkeit sich dem Anschluss- und Benutzungszwang der naziesken Bundesregierung zu widersetzen. Dies kann heimlich geschehen wenn die lokale Politik sich in oder unter Kontrolle der Barbaren befindet. Möglichkeiten zum Widerstand gegen Eingriffe durch die Zentralregierung, sofern sich diese noch kümmert, müssen aber verfügbar sein. Die Bereitstellung von öffentlichen Leistungen wie Strom und Wasser macht zudem eigene Anhänger und mögliche Anhänger wieder unabhängiger gegenüber dieser. Junge Menschen werden dadurch angelockt, indem sie vom Spaß Faktor der Freiheit und der Abwesenheit von Vorschriften angezogen werden. Weibliche Gebährfähigkeit um einen Fortbestand der an die Generationskette geknüpften Agenda zu gewährleisten muss angeworben, eingekauft, oder forciert werden. Geringe Steuersätze ziehen produktive Menschen an. Die islamische Expansion im Oströmischen Reich verlief auch deshalb so rasant, weil das islamische Recht trotz Kopfsteuer der verarmten Landbevölkerung sehr viel geringere Abgabenlasten bot als die Steuersätze der Byzantiner.

Die dritte Entwicklungsstufe ist es Investoren anzuziehen, deren Geld und wirtschaftliches Interesse dem Barbarenkönigreich Legitimität gibt. Diese Investoren können mit Dingen gelockt werden, die für die kleine und flexible Struktur des Barbarenkönigreiches leicht umsetzbar, von der BRD aufgrund der allgemeinen Situation nicht mehr möglich sind. Ein Beispiel wäre hierfür Infrastruktur. Dies betrifft sowohl intakte Straßen, wie auch der Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln, welcher deutschlandweit wegen seiner Kosten von ungefähr 70 Milliarden Euro abgelehnt wurde, wogegen die Aufnahme von Flüchtlingen laut dem Institut für Wirtschaft in nur zwei Jahren 110 Milliarden Euro kosten wird, die für diese Zwecke dann aber da sind. Investitionsstau ist bei einer vergreisenden Bevölkerung ein Problem, welche das Barbarenkönigreich nicht hat. Das Barbarenkönigreich will Zukunft, die Bundesdeutsche Bevölkerung zeigt bei jeder Wahl nur dass sie genau weiß, dass die Lage nicht mehr umzudrehen ist und sich wenigstens nochmal richtig den Wanst vollschlagen will bevor er aufgeschnitten wird.



Werdet zu Barbaren



Siehe auch:
National Intelligence Council Report - Global Trends 2030
Robert J. Bunker, Parameters, Summer 1997, pp. 15-25.

Sind wir Rom?



Kommentare:

  1. Heißt bei euch "Werdet Barbaren" auch, dass slawische Barbaren bei euch mitmachen dürfen, wenn sie eure Werte teilen?

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    1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    2. Wir sind Plutokraten, wir sind nicht gebunden an Blut und Boden. Diverse Beiträge sollten das eigentlich klar gemacht haben. Bei uns seid ihr alle gleich wertlos.

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    3. Jetzt hab ich zuerst wertvoll gelesen :(

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    4. @Anonym23. Juni 2016 um 03:05
      Verdien dir deine Sporen du Made.

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    5. "wir sind nicht gebunden an Blut und Boden"

      So ein Quatsch. Du bist gebunden an "Blut und Boden" sobald Du sagst, Du willst Land bevölkern mit Deinen Nachkommen. "Blut und Boden" sind Ressourcen. Ohne "Blut" keine Zukunft. Ohne "Boden" Nomadentum. "Blut und Boden" ist plakativ für "seßhaft und zukunftsorientiert".

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    6. Und was bietet ihr den Menschen die bereits jetzt sehr erfolgreich sind? Warum sollten wohlhabende Menschen bei euch mitmachen?

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    7. Blut- und Bodenideologie besagt, dass eine völkisch definierte Gruppe (auch rassische Begriffe spielen hier eine Rolle) in einem politisch klar abgegrenzten Raum existiert. Das hat mit einer Gemeinschaft, die sich über Werte anstelle von "Rasse" definiert, Fortpflanzung betreibt und jedes Gebiet und Ressourcen nutzt, dass es in die Finger kriegt, nichts zu tun. Auf diesem Blog wurde von den Betreibern die Orientierung nach Amerika als Wertegemeinschaft, die jenseits rassischer Kriterien existiert, bereits klargestellt.

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    8. Du hast natürlich recht! Der Volksbegriff in seiner ethnischen blut-und-bodenspezifischen Konnotation hat natürlich genauso wie der Rassenbegriff nichts mit Abstammung und damit mit NAchkommen zu tun und eines der Paradigmen der Osterweiterung war die Bestandssicherung der politischen Räume der dort lebenden Völker.

      "die Orientierung nach Amerika als Wertegemeinschaft"

      Es gibt schöne Statistiken zur Politpräferenz nach Ethnien, z.B. hier: http://www.gallup.com/poll/160373/democrats-racially-diverse-republicans-mostly-white.aspx

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    9. Bin durch diverse Beiträge von euch schon mehrfach angeregt worden (lese schon lange mit) persönliche Ansichten in Frage zu stellen, Dinge neu zu bewerten und praktisch tätig zu werden.
      Danke vor allem für den Link auf Jocko Willink.
      Kannte ich vorher nicht.
      Der Mann hat was zu sagen.

      Mitmachen würde ich bei euch trotzdem nicht. Zwei Gründe, keine Kritik (auch wenn NV meine Meinung einen verfickten Scheißdreck interessiert :-))

      1. Plutokratie konsequent zu Ende gelebt, muß aus meiner Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zwangsläufig in maximaler Unfreiheit enden. Persönliche Freiheit bedeutet mir mehr als alles andere. Ich wüßte nicht was in letzter Konsequenz ein plutokratisch-kapitalistisches System von einem plutokratisch-sozialistischen System unterscheidet. Beides führt meiner Ansicht nach in maximale persönliche Unfreiheit.

      2. Menschen wollen als Menschen behandelt werden.
      Auch wenn das ganz sicher nicht bedeutet, immer nice sein zu müssen.
      (Jocko Willing with Echo Charles | Steel My Soldiers' Hearts | Tough VS Smart)

      https://www.youtube.com/watch?v=cDhikAvewEY


      Und weil man manche Dinge auch einfach mal sagen muß:
      Danke an die Blogbetreiber für eure Arbeit und das Teilen.

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    10. Du weißt nicht was Plutokratie bedeutet oder dass die Wortkombination "wahrscheinlich zwangsläufig" keinen Sinn ergibt. Genau so verstehst du nicht was "als Menschen behandelt" werden heißt. Du wirst schon als Mensch behandelt, nur wie einer der eben outgroup ist und nicht einer von uns. Das heißt dann Madenfutter.

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  2. Ein wirklich interessanter Post. Dazu kommen mir einige Fragen zu denen mich mal eure Meinung interessiert.

    Im heutigen Digitalzeitalter spielt medialer Druck eine wichtige Rolle. Bevölkerungen werden durch Filtrierung gesteuert und Wut zerstreut sich in sozialen Netzwerken. Es werden nur noch symbolische Kühe geschlachtet oder irgendjemandes Identität und Karriere, der es mit sich machen lässt. Trotzdem ist der soziale Druck, der aus dem medialen Druck entstehen kann, nicht zu unterschätzen. Auch nicht für Leute, die eigentlich keinen Fick geben.

    Wie soll verhindert werden, dass dieser Druck genutzt wird um die Gruppe zu spalten? Ich bin mir sicher der erste Diffamierungsversuch wäre sofort der Brückenschlag zu National befreiten Zonen, wobei ich mir recht sicher bin, dass der ins Leere ginge. Wie sieht es mit der Gefahr aus, dass sich das ganze in eine psychotische Sekte verwandelt, wenn die falschen Leute die Gruppe anfangen zu führen?

    Wie soll in so einer Situation Checks and Balance funktionieren? Wie soll verhindert werden, dass die falschen Leute die Gruppe anführen?

    Ich vermute zwar, dass das alles kalkulierbare Risikofaktoren sind, bei denen man es vielleicht auch einfach drauf ankommen lassen muss, um zu gucken wie es sich entwickelt, aber trotzdem würde mich eure Meinung zu meinen Fragen sehr interessieren.

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    1. Medialer Druck wird überbewertet. Die großen Medien schreiben eigentlich nur noch für sich selber im Clickbait Format und die magischen Worte "mir egal" entwaffnen deren Agenda. Die falschen Leute hältst du raus durch Intoleranz gegenüber Dingen die den eigenen Wertekodex verletzen. Man kann sehr schnell Leute erkennen die nur irgendwo dabei sein wollen und sie von Leuten unterscheiden, die wirklich bei dieser Gruppering dabei sein wollen. Das ist etwas komplexer, aber diesem Thema werde ich mich in Zukunft noch wittmen. Ihr könnt aber in der Zwischenzeit empohlene Werke studieren und von alleine auf die Antwort kommen.

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    2. Da sowieso nicht jeder Häuptling sein kann sollte man sich auch damit beschäftigen, wie man die richtige Gruppe auswählt, also woran man erkennt, dass sie gut geführt werden.
      Lieber geb ich mein Geld einem Tyrannen der weiß was er tut als einem diffusen Projekt wo ich "Mitspracherechte" habe.

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    3. Also mich persönlich würde es ansprechen, Teil einer Gruppe sein zu können die über einen (gefühlt leider aussterbenden) westlich-freiheitlichen wertekanon verfügt, performen kann und wehrhaft ist. Unterschiedliche Individuen, die sich gegenseitig ergänzen würden. Bei mir und meinen Jungs sind alle erfolgreich und aktiv, erwirtschaften sich immer mehr Ressourcen, nur an Zeit fehlt es jedem dafür. Das Familienbusiness steht bei mir als Nachfolger reel an erster Stelle, boobytraps und schießen erstmal nicht. Allerdings wie es schonmal in einem der Artikel (ich glaub über Sponsoring oder so) stand, nicht jeder kann Kämpfer sein, es muss auch Arbeiter geben. Und wie es da auch hieß, die Jungen Menschen mit viel Zeit haben meist wenig Ressourcen und die mit wenig Zeit oder älteren könnten dafür ne Unterstützer Rolle einnehmen. In meinen Augen wäre das ein lohnenswertes Investment in die Zukunft, nur müsste man auch wirklich von der Gruppe überzeugt sein. Und das ist wohl der Knackpunkt. Das geht dann nur über persönlichen Umgang, Vertrauensverhältnis und sowas, das man den gleichen Blog liest wird wahrscheinlich nicht reichen ;)

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  3. Durch eine dezentrale Zellenstruktur sowie klar definierter Weltanschauung und Ethik ist ideologische Subversion sowie personelle Infiltration sehr schwierig bzw. durch besagte Organisationsform leicht zu lokalisieren. Wird in einschlägiger Counterinsurgency-Literatur behandelt. Wenn man keine SJW-Heulsuse ist, ist die Möglichkeit, in der Anonymität des Internets Druck aufzubauen, sowieso kaum gegeben.

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  4. "Durch eine dezentrale Zellenstruktur sowie klar definierter Weltanschauung und Ethik"

    Eine dezentrale Zellenstruktur ist dadurch gekennzeichnet, daß die Zellen nicht zentral gesteuert sind. Gleichlauf der Zellen in "Weltanschauung und Ethik" erfordert zentrale Definition dieser Positionen, was einer dezentralen Zellenstruktur prinzipbedingt widerspricht.

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    1. Nein, nicht unbedingt. Die Definition von Positionen muss nicht innerhalb der Zellenstruktur selbst erfolgen. Selbst wenn es eine Zentrale gibt, die Ziele und Werte formuliert, können die Zellen immer noch autonom operieren.
      Wurde von NV im Artikel Death Squads III am Beispiel des IS gezeigt. Auch die APO in Deutschland hat z.B. marxistische Ziele und Werte formuliert, dennoch operierte die RAF (zugegeben mit StaSi-Unterstützung) autonom, insbesondere die dritte Generation, die sich auch untereinander kaum kannten.

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    2. Die Flucht in deterministische Wortklaubereien ist das Eingeständnis des eigenen Irrtums.

      Wenn Du ein Wertesystem postulierst und diesem folgen autonome Einheiten, dann bedeutet das nicht, daß diese dem folgen müssen. Wenn diese sich also anders entscheiden, dann folgen die eben nicht mehr - genau das bedeutet Autonomie. Selbstverständlich kannst Du diese Autonomie auf bestimmte Teile beschränken, z.B. auf das Operative. Diese Freiräume werden jedoch von den Vertretern der Zentralinstanz gewährt. Den IS-Leuten stünde es beispielsweise nicht frei, eine Schwulenbar zu eröffnen und Pay-per-Stream-Videos zu machen, bei denen die sich gegenseitig in den Arsch ficken. Gleichlaufende Strukturen müssen hinsichtlich eines zentral definierten Elements immer gleichgeschaltet werden. Dies erfolgt über einen Genehmigungs- oder Sanktionierungvorbehalt, der immer implizit besteht, aber auch explizit formuliert sein kann. Ist dieses Gleichschaltungselement nicht vorhanden, dann zerbrechen Deine Strukturen schneller in partikularisierte Elemente, als Du Dir vorstellen kannst. Das siehst Du in jedem Scheiß-Verein.

      Wer sich einer Gang anschließt, akzeptiert automatisch die Führung der Gang als Autorität und auch, daß diese Führung ihn sanktionieren kann.

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  5. Ihr schreibt hier immer von Werten. Schön und gut, aber in Westeuropa haben doch 95 Prozent der Menschen überhaupt keine Werte. Es gibt nur egoistisches Gejammere und die Welt wird geteilt in gut (man selbst und vielleicht die Menschen die noch weniger haben/können)) und böse (die anderen die mehr haben und können und durch die man sich schlecht fühlt).
    Die Suche nach zuverlässigen Rekruten dürfte schwieriger sein als die Suche nach Gold. Und dann kapieren die meisten Menschen auch nicht was ihr wollt. Auf einem solchen Blog tummeln sich gerne Unzufriedene, also Menschen die es zu nichts gebracht haben und deswegen frustriert sind und auf ein neues Leben hoffen. Und diese Menschen möchte man wirklich nicht in seiner Gruppe haben.

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  6. Moin,

    ich hab jetzt in zwei Wochen diesen Blog durchgearbeitet, und aus jedem Eintrag kann man was für sich mitnehmen. Die Feldbibliothek kommt als nächstes dran, "The Way of Men" war schon sehr erhellend.

    Ich gehöre noch zur jüngeren Generation (der Jahrgang der schon wegen der Email-Adresse Stress mit der Gedankenpolizei kriegt), und habe hier noch was zu verlieren.

    ABER: Wie wird man diese verschissene Schere im eigenen Kopf los, damit man richtig loslegen kann? Man weiß sie ist da, aber die eigene Bequemlickeit hält einen zurück. Man weiß ganz genau, dass nicht eines Tages Morpheus mit der Nebukadnezar vor der Haustür steht um dich mit Pillen zu füttern, noch bekommst man ne Dissoziative Identitätsstörung und hast Tyler Durden an seiner Seite, aber man bekommt den Arsch einfach nicht hoch. Wäre cool, wenn ihr dazu mal was schreiben könntet!

    BtW: Solltet ihr nicht noch Fight Club (Buch und Film) als Einstiegsdroge mit in die Feldbibliothek aufnehmen?

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    1. Man macht etwas, weil man es will.
      Menschen ohne inneren Antrieb werden durch einen Blogartikel auch nicht zu Neo.

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    2. Anonym 23.Juni 2016 um 10:54

      Du wirst die überhaupt nicht los. Du meinst du schaust Fight Club und das ist dann eine Einsteigerdroge für Rebellentum, doch eigentlich taugst du nichts. Du redest dir deine Einstellung zurecht mit Sachen wie "Ich hab noch was zu verlieren" aber das ist Schwachsinn. Die Lage wird nur schlimmer für dich und je mehr du nicht mehr zu verlieren hast, desto weniger hast du mit dem du arbeiten kannst. Ist wie mit den Folteropfern die nach dem zweiten gezogenen Fingernagel doch aussagen und in der gleichen Situation sind wie vorher, nur mit zwei Fingernägeln weniger.

      Wir konvertieren nicht, wir rekrutieren.

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