Freitag, 3. Juni 2016

Handschuhe


Handschuhe werden während der Arbeit und dem Felddienst getragen um Verletzungen und Infektionen an den Händen zu verhindern, was nicht heißt, dass das auch immer funktioniert.


Die Hände des post-modernen Menschen sind verglichen mit früher relativ empfindliche Instrumente. Moderne Reinigungsmittel führen in extremen Fällen dazu, dass dieser post-moderne Mensch sich seinen natürlichen Schutzfilm von der Haut wäscht und seine Hände noch anfälliger werden für Verletzungen und Infektionen. Unsere Hände sind mit die wichtigsten Werkzeuge die wir haben und unsere Greifdaumen unterscheiden uns von geringeren Lebewesen.

Die Ärzte, welche die Teilnehmer der BBCs reality TV Sendung Living in the Past untersucht haben, bei der die Teilnehmer über ein Jahr in einer eisenzeitlichen Umgebung gelebt haben, haben nach dieser Zeit festgestellt, dass die Hände dieser Teilnehmer durch das ständige Handhaben fettiger Tierwolle und manueller Arbeit in einem gesünderen Zustand waren, als der moderne Durchschnitt.
Es ist daher davon auszugehen, dass ein großer Teil von Post Collapse auftretenden Verletzungen einfache Schnitte und Infektionen sein werden.



Taktische Handschuhe
Bei Securities und Polizei ist es gängig das Lederhandschuhe mit Protectoren getragen werden oder Quarz-Handschuhe, bei denen auf den Knöckeln Kissen gefüllt Quarzsand angebracht sind, die allerdings auch beschädigt werden und auslaufen können. Bei Protektoren Handschuhen ist dazu der Zeigefinger meist frei von Protektoren, damit man mit diesen noch eine Schusswaffe o.ä. bedienen kann. Im als geläufiger bezeichneten taktischen Bereich, also in Kombination mit der Schusswaffe, werden diese allerdings nur recht selten eingesetzt. Hängig sind hier oft Fingerkuppen freie Lederhandschuhe, die nur die Handinnenfläche vor Verletzungen schützen.


Bei den Standardhandschuhen der Armee, oft dickere flammenhemmende Ausführungen und Kevlargewebe, werden von Soldaten oft die Abzugsfinger abgeschnitten, damit die Fingersensibilität am Abzug durch den Handschuh nicht beeinträchtigt wird. Ist zwar gegen die Vorschriften, interessiert aber keinen.

Viele Soldaten besorgen sich auch einfach privat Handschuhe, die immer mehr Motorradhandschuhen ähneln mit Knöchelschutz aus Kunststoff, oder Kevlarhandschuhe mit einem atmungsaktiven Airmesh Gewebe auf der Handrückenseite, meistens von Mechanix.


Winterhandschuhe
Für den Winter sind Fäustlinge zu bevorzugen, da bei diesen sich die Finger gegenseitig wärmen können. Bei Fingerhandschuhen sind die Finger voneinander isoliert und werden früher oder später kalt wenn sie nicht bewegt werden.

Für Fingerlinge verwendet man bspw. bei der US Army Wollstrickhandschuhe, die als Einlage unter den eigentlichen Handschuhen getragen werden. Solche Wollhandschuhe tragen viele Leute auch gerne so im Winter, aber Anfassen kann man damit nicht wirklich etwas, da sie schnell kaputt gehen.


Sauberkeit
Ich halte überhaupt nichts von teuren Handschuhen, weil Handschuhe zwangsläufig ein Verbrauchsgegenstand sind. Zudem sollte man mehrere Paare haben, allein weil Handschuhe dreckig werden und aus den gleichen Gründen zu Infektionen führen können, aus denen Krieger in der Antike oft nackt gekämpft haben.
Ohne moderne Reinigungsmittel, vergesst bei sowas Bio Waschmittel und solchen Quatsch, sind die Textilien so dreckig, dass selbst kleine Verletzungen darunter sich infizieren können. Mir selbst ist soetwas einmal auf dem Bau passiert, als ich meine Hand irgendwo geklemmt hatte was ich kaum bemerkt habe und was den Handschuh nicht beschädigt hat, nur um zwei Tage später festzustellen, dass die winzige Verletzung völlig vereitert war, einfach weil der dreckige Handschuh sie zu lange bedeckt hat. Wegen sowas gibt es ja gerade einen Knöchelschutz auf den Handschuhen, da man mit einer Faust schnell mal irgendwo angeschrammt ist und eine entzündete Wunde an dieser Stelle einen oder mehrere Finger betreffen kann. Wenn man im Ernstfall an der Hand verletzt wird und einen Handschuh darüber trägt, dann sollte dieser mit der Verbandschere aufgeschnitten und entfernt werden, bevor man versucht ihn durch das normale ausziehen noch weiter durch die Wunde zieht.



Siehe auch:
Medizinische Ausrüstung
Über Mode



Kommentare:

  1. Ich sammle selbst Handschuhe und muss feststellen dass es nicht so einfach ist Handschuhe für große, schlanke Hände zu finden. Mechanix habe ich auch, XXL, aber meine Finger sind ein wenig zu lang. Noch grössere Handschuhe sind aber meist zu breit.
    Ich werfe selbst Lederhandschuhe in die Waschmaschine (30-40 Grad),macht denen aber nichts, man kann sie aber auch vorher in einen Waschbeutel stecken. Viele Handschuhe halten auch nicht fest auf der Hand weil das hintere Klettband, falls vorhanden, nichts taugt. Bei einem Kampf könnte man wohl manchmal einen Handschuh verlieren. Aber wie oben erwähnt, bei echtem Einsatz sind es halt Verschleissteile. Auf die Schnittfestigkeit der Handschuhe würde ich mich auch nicht zu sehr verlassen.
    Als Antiseptikum sind Octenisept (macht keine Flecken) oder Jod Salben zu empfehlen.

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  2. Bei mir hat es sich bewährt die Handschuhe am 1. Daumengelenk und beim Zeigefinger bis zum 2. Gelenk zu cutten. So kann ich auch relativ feine Arbeiten durchführen, was mir mit komplett geschlossenen Fingern trotz aller Übung nicht gelingt. (Grobmotoriker) Auch Abzugskontrolle bleibt erhalten. Handschuhe sollten sehr gut sitzen und eher etwas enger sein, sie weiten sich ohnehin an den belasteten Stellen. Zum Leder waschen ein kleiner Tipp, beim Spülen einfach ein bisschen Glycerin mit ins Wasser, gibbet in jeder Apotheke. Das Leder bleibt geschmeidig und ist nach dem trocknen wie neu.

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  3. Nicht zu vergessen sind hier auch Säurebeständige Handschuhe die bis zu den Ellenbogen reichen. Gehört in jede Laborausstattung und haben neben dem Vorteil der Beständigkeit gegen Säuren, Laugen, Ölen und anderem Flüssigkeiten oft auch den Vorteil dass sie stich- und schnittfest sind. Das ist allerdings von dem Material der Handschuhe abhängig.
    Auch die Lagerfähigkeit ist vom Material abhängig. Jedoch sind die meisten Chemie-Handschuhe im Moment noch recht billig, können aber im Post-Collapse Fall sehr wertvoll oder sogar bitter nötig sein um mit bestimmten Chemikalien zu hantieren. Wobei dazu noch einiges mehr gehört aber das sprengt hier den Rahmen.

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  4. Einem auch von "Profis" oft vernachlässigtem Thema, wird hier endlich die notwendige Beachtung geschenkt. Viele kennen aus dem Alltag die Probleme, die eine sogenannte Bagatellverletzung der Hand bzw. der Finger mit sich bringt. Im PC-Fall ist man damit schnell ein Opfer der Evolution.
    Nebenbei: Unsere Fingernägelbeissenden Ich weis alles und kenn mich überall aus Hippster beseitigen sich sozusagen unter anderem damit von selbst.
    Wieder im Ernst, einen geeigneten Arzt im PC-Fall zu finden, wird schwierig genug sein, und dann muss man sich auch die Bezahlung leisten können. Und alles vielleicht nur deshalb, weil man seine sauteuren Special-Forces-Aramidfaser-verstärkten Känguruhlederhandschuhe schonen wollte.
    Nur zum Nachdenken: Einen Augenchirurgen findet man im PC-Fall noch schwerer. Ich lach mich immer wieder tot, über Filmaufnahmen von "Profis", wenn die Splitterschutzbrille bei ihrer Tätigkeit am Helm und nicht vor den Augen sitzt.
    Nach dem Motto, mein Kevlarhelm schützt meinen Kopf als ganzes, oder einfach nur kein Hirn.

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  5. Das mit der Sauberkeit, und dem Handschuh als Wegwerfprodukt ist ein guter Punkt. Ich möchte trotzdem, einen Handschuh empfehlen, der angesichts dieser Punkte eigentlich aus dem Rahmen fällt, aber der (aus Erfahrung) für mechanisches Arbeiten und Gefechtsdienst (als Ausbildungskomponente im Frieden, zugegeben) extrem gut geeignet ist. Handschuhe aus Rehleder kosten zwar ein Schweinegeld (ca. um die 60,- € pro Paar)sind aber eine echte Wohltat für die Hände. Sehr gutes Griffgefühl, sehr gute Haltbarkeit, für das dünne Material erstaunlich guter Schlagschutz. Für den Winterdienst hab ich mir Unterziehhandschue aus Seide besorgt (damals ~35,-€ bei Kettner) - war bis ca. -10 Grad absolut ausreichend, solange man etwas in Bewegung war. Der Körper, nicht die Hände. Vor ca. 16 Jahren, verkaufte SPAR Österreich solche Handschuhe, zwar nicht in Top Qualität, aber doch brauchbar um 20,-€ pro Paar. Ich suche bis heute verzweifelt nach einem so guten Angebot. Hatten ein Innenetikett, der Firma "Schneiders" sollte sich wer erinnern. Die waren in den 80ern und 90ern für gute Schultaschen berühmt. Weiters kann ich den leichten Montagehandschuh "Monylon Comfort One", der Firma Comasec sehr empfehlen (bitte googeln). Mirkofasernylon, sehen aus wie weisse Trikothandschuhe, liegen aber durch Stretchmaterial passgenau an. Super Tastgefühl, und ausgezeichneter Handschutz gegen Hammerschlag, jedenfalls für die Dicke.

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