Donnerstag, 23. Juni 2016

Hooligans

Der bisher interessanteste Teil am Fußball


Die aller wenigsten dürfte es überraschen, dass ich kein Fußball schaue und auch sonst nichts mit dem "Sport" anfangen kann. Ich habe bisher auch keine Spiele der Europameisterschaft gesehen, die Ausschreitungen drum herum dagegen schon. Ich finde die Prügeleien zwischen den Hooligans der verschiedenen Nationen sehr viel interessanter als das Ballspiel.

Im Grunde ist das, was die Hooligans machen, nur logisch. Fußballfans, gerade bei Länderspielen, repräsentiere ihre Nationen, repräsentieren Stämme und Identität und wenn man in einer solchen Identität auftritt, mit Fahnen, Farben und Gesängen, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis eine andere Gruppe auftritt und sehen will, wie hart, wie tough diese erste Gruppe ist.

Mir ist soetwas lieber, als die kleinbürgerlichen Spaßvereine die sich zu den Bundesligaspielen die Trikos ihrer Regionalvereine anziehen, zusammen saufen und dann meinen, das ist ihre Identität. Oft mögen die sich untereinander nicht mal besonders.

Hooligans währenddessen definieren ihre Identität sehr viel stärker, aber gleichzeitig auch einfacher. Wir sind wir, die sind die, hauen wir den anderen aufs Maul und nehmen ihren Scheiss. Russische Hooligans schlagen die Fans anderer Nationen zusammen und stehlen ihnen Fahnen und Trikos, die sie den anderen direkt vom Leib reißen und dann als blutverschmierte Souvenirs zur Schau stellen. Es ist simpel, klar und ehrlich.

Die Ausmaße in welchen die Gewalt in Frankreich stattfindet sind allerdings auch auf die Inkompetenz der französischen Behörden zurückzuführen. Der französische Staat ist ein Witz und dabei sind gerade Fußballspiele kritische Ereignisse. Bspw. markierten die Ausschreitungen nach dem Spiel Dinamo Zagreb gegen Roter Stern Belgrad im Mai 1990 den symbolischen Beginn des Jugoslawienkrieges. Zwischen Honduras und El Salvador gab es 1969 einen kurzzeitigen militärischen Konflikt, nachdem es bei Ausschreitungen nach einem Qualifikationsspiel um die Fußball Weltmeisterschaft 1970 zwischen beiden Nationen zu Todesopfern gekommen war.

Es ist angesichts von innereuropäischen Krisen die das Vertrauen in Projekte wie die europäische Union unterminieren eine Entwicklung die man mit Sorge betrachten könnte, wenn europäische Männer sich gegenseitig prügeln nur um sich zu prügeln und eine NATO Nation wie Frankreich die Bürger anderer NATO Nationen wie England nicht vor Gewalt durch Angereiste schützen, die sich außerhalb der NATO befinden. Von daher kann diese WM später als ein sehr symbolträchtiges Ereignis gesehen werden und wichtiger Wegstein hin zu späteren Entwicklungen.



Siehe auch:
Russian thugs sell blood-stained England flags wrenched from fans during Saturday night's violent clashes


Kommentare:

  1. Auch im Clubfussball, wo sich nicht die Staaten sondern die Städte oder Stadtteile kloppen, findet der Junge heute in den Ultrafanclubs vieles, was in der kastrierten westlichen Gesellschaft vermisst wird: Abenteuer, Kampf, Loyalität... Spass. Die Medien werden ignoriert, die Staatsgewalt zurückgewiesen. Dagegen aber die eigene Gruppe, Werte und Rituale als fast heilig befolgt und geachtet.

    Hier findet man sicher Gruppierungen die auch PC zusammenstehen und ihr Revier und ihre Werte mit Gewalt verteidigen können. Was ihnen fehlt ist aber klar eine Agenda.

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  2. Ergänzung: Dieser Mangel sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Tatsache eine Gruppe zu haben, welche bereit ist, geschlossen und loyal zu kämpfen, mehr ist, als wohl 95% der Westler vorweisen können.

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    1. Ich würde sogar sagen 97%. Gruppenzusammenhalt ist das A und O. Die Prepper und Survivalhobbyisten denken Vorräte und Schusswaffen würden das Überleben entscheiden, bringt einen ohne Freunde aber auch nicht weiter. Hier sind irgendwo mal solche freundlosen Survival-Shopper als "Blutbeutel" bezeichnet worden und darauf wird es auch hinaus laufen. Die 97% dürfen dann in der Postapokalypse die Rübenfelder bestellen für den Warlord und sein Gefolge deren ganze Agenda ist "ich will besser essen als du, ich will mehr und schönere Frauen als du".

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    2. @Anonym 11:12:

      Wo ist das Problem? Solche Leute soll und muss es auch geben. Die Weltgeschichte besteht nicht nur aus Herrenvölkern, sondern auch aus Heloten, die das Feld bestellen.

      Siehe das Tolosanische Reich. Die Goten haben sich auch nur das Recht gesichert, neben den Wohlhabenden in der nachrömischen Gesellschaft Hispaniens zu leben, mussten aber dennoch den Arianismus ablegen, weil die Hispanier Katholiken waren. Auch für Krieger ist nicht immer alles Gold. Auch die müssen sich manchmal integrieren.

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  3. Würde mich nicht wundern wenn diese russischen "Fußballfans" in Wirklichkeit Soldaten sind, denen man den Marseille Urlaub bezahlt hat, unter der Bedingung, dass sie ein bisschen Radau machen.
    Frankreich hat ein Terror Problem, die Arbeiter "streiken", es gab Überschwemmung und jetzt wurde auch noch die zweit wichtigste Stadt verwüstet. Nato Feinde können nur profitieren wenn Frankreich implodiert.

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    1. Das glaube ich hingegen nicht. Das war auch keine anonyme Masse, wie man es oft bei Ausschreitungen sieht. Kaum einer trat vermummt auf! Ganz klar, die wollten zuhause gesehen werden, Ruhm und Respekt abgreiffen. 'Wir waren das, wir haben sie kaputtgetreten!'

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    2. So katastrophal als das es sich gelohnt hätte da irgendwas zu inszenieren war die Klopperei in Marseille nun auch nicht, die Russen haben aufgrund ihrer Sozialkultur einfach viele Schläger in ihrem Großreich rumtollen und sehen sich da nicht in der Verantwortung anderen Ländern das kontrollieren von Massenevents abzunehmen Warum auch.
      Gibt schlimmeres, wie diese spontane Massenplünderung vor ein paar Jahren in England-aber da spricht auch kein Arsch mehr drüber.

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    3. Russland wurde ja mit Disqualifikation gedroht, wenn man die russischen Hooligans nicht mit der Gewalt aufhören. Eine etwas merkwürdige Forderung an Russland in einem andere Land seine Bürger zu disziplinieren. Die russische Mannschaft hat dann aber eh ziemlich peinlich verloren.

      Ich frage mich nur, warum die russische Regierung, wo Sport seit der Sowjetzeit ja sehr symbolträchtig behandelt wird, das so einfach zulässt. Ist es denen mittlerweile egal? Die Nachprüfungen auf Doping haben ja bereits die russischen Leichtathleten für die nächste Olympiade disqualifiziert und jetzt das EM aus. Vielleicht wird man demnächst wieder Boykotte erleben wie 1980 und 84, einer Zeit wo es nochmal richtig heiß herging im kalten Krieg und die Kommis richtig gefickt wurden.

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    4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  4. Der Staat kann nicht einmal das Eigentum der Menschen vor Hooligans schützen. Ich darf aber auch keine Schusswaffen nutzen um mein Haus und Hof vor dem Pöbel zu schützen. Da könnte ja ein wertloser Penner sterben und so eine durchsiebte Leiche sieht nicht schön aus.

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    1. Die Bullen würden selber am liebsten mitmachen. Da bleibt kein linksautonomes Auge trocken.

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