Freitag, 1. Juli 2016

Hinrichtungen


Die institutionalisierte Art der Tötung


Manche Gesellschaften ahnden Verbrechen gegen ihre Mitglieder mit Geldstrafen, manche Gesellschaften richten Verbrecher sofort hin. In der Geschichte sind institutionalisierte Gerichte und Strafvollzug etwas relativ neues und immer abhängig von dem Grat an Wohlstand einer Gesellschaft und der herrschenden Moral, was diese Gesellschaft es sich kosten lassen will bspw. Gefängnisse zu unterhalten.


In einem Krisenszenario, in jedem Krisenszenario, kann man beobachten, wie der fallende Grat an Wohlstand sich auf Verbrechen und deren Verfolgung auswirkt und viele Gesellschaften werden um eine Institionalisierung der Todesstrafe nicht herum kommen. Zum einen um Verbrechen zu ahnden, zum anderen einen neuen Status Quo zu unterstreichen. Eine Gruppierung welche die Entscheidung über Leben und Tod für sich beansprucht und diesen Anspruch innerhalb der Gesellschaft legitimieren kann, diese Gruppierung herrscht.

Wichtig ist es für jede Gruppierung die zu einem Proto-Staat werden will ihren eigenen Strafverfolgungsprozess so transparent wie möglich zu gestalten. Es gibt in Deutschland jede Menge frustrierte, impotente Versager die dauernt irgendwen aufhängen oder guillotinieren wollen, der ihrer Meinung nach an ihrer persönlichen Lage schuld ist. Siehe dazu die Protestkultur von PEGIDA und den TTIP Gegnern. Diese Leute sind in der Regel allerdings zu alt und zu schwach um ihre Rachephantasien selbst umzusetzen, können in der Übergangsphase allerdings durch Agitation zu einem echten Problem werden. Das sind dann die Leute die in einem öffentlichen Forum ständig Statements abgeben wollen wie ihrer Meinung nach die Gruppe welche die Waffenhoheit hält zu handeln hätte und so weiter.

In diesen Übergangsphasen sind bspw. öffentliche Hinrichtungen ein geeignetes Mittel um nicht nur klar zu machen wer jetzt der Boss ist, sondern auch um den Menschen für die der Tod seit zwei Generationen aus dem Alltag verschwunden ist, diesen wieder nahe zu bringen und so zu vermitteln, dass das hier im Sinne des Wortes eine todernste Angelegenheit ist.


Zur öffentlichen Hinrichtung und anschließenden Zurschaustellung eignet sich die Erhängung an einem dafür angefertigten oder improvisierten Galgen am besten. Der Tod durch Erhängung, wenn richtig gemacht, ist die schnellste und schmerzloseste Art der Tötung und auch relativ sauber. Zur Abschreckung werden Delinquenten meistens einige Tage hängen gelassen und Beschilderungen geben Auskunft über ihre Vergehen und wer sie verurteilt hat. Das ist die institutionalisierte Art der Hinrichtung. Siehe dafür auch das Handbuch Procedure for Military Executions, No. 27-4.


Die philosophische Art der Hinrichtung sehen wir beim Islamischen Staat. Hier wird, nach koranischer Lehre, meist Gleiches mit Gleichem vergolten und so eine eher poetische Gerechtigkeit angewendet.

If ye punish, then punish with the like of that wherewith ye were afflicted. But if ye endure patiently, verily it is better for the patient.
- Surah 16. An-Nahl, Ayah 126

Nach dieser Sure wird ein Mörder auf die selbe Art getötet nach der er seine Verbrechen begangen hat. Die Verbrennung des jordanischen Piloten macht unter dieser Betrachtungsweise absolut Sinn, da es ja Synonym für den Bomberpiloten ist Feuer vom Himmel auf Menschen regnen zu lassen. Die Besatzungen von Panzern werden mit Panzern überrollt, Taliban die IED Sprengsätze hergestellt haben werden auf IED Sprengsätze gesetzt und in die Luft gejagt, die Mörserbesatzung welche ein Haus zum Einsturz gebracht hat wird mit Trümmern gesteinigt. Diese zwar kreativen Arten der Hinrichtung sind aber zu emotional beeinflusst, lassen zuviel Spielraum für Interpretation und Sadismus und bewegen sich damit weit unter westlichen Standards.



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Siehe auch:
Post Collapse Justiz


1 Kommentar:

  1. Mit dieser An-Nahl Sure ist man ja richtig gefickt.

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