Sonntag, 21. August 2016

Attentate

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat


Wer kennt nicht diverse Zitate von realen oder fiktiven Personen, die alle ungefähr daraus hinauslaufen, dass eine Regierung ihr Volk fürchten sollte und nicht ungekehrt?
Jeder kennt sie, doch was das tatsächlich bedeutet will niemand ansprechen. Genau so verhält es sich mit den Befürworten von privaten Waffenbesitz, wenn sie dafür argumentieren, dass dieser eine Regierung davon abhalten würde die Bürger zu drangsalieren, die Regierung es dann aber trotzdem irgendwie tut. Beides läuft auf eine notwendige Aktion heraus um diesen Ansichten Gewicht zu verleihen: Die Ermordung von Regierungsfunktionären.

Ohne die Bereitschaft und die nötigen Präzedenzfälle von politischen Attentaten bleiben diese Dinge, die im Grunde zum Fundament des westlichen Staatswesens gehören, nur leere Drohungen und impotente Fantasie.


Notwendigkeit von Attentaten
Politiker haben keine Angst vor schlechten Wahlergebnissen und Bürokraten und Beamte sind sowieso von politschem Stimmungswechsel in der Bevölkerung ausgeschlossen, sofern diese keine politisch motivierten Säuberungen der Staatsapparate zur Folge haben, was bereits ein Scheitern des politischen Systems bedeutet. Wovor sie eigentlich Angst haben ist dass sie und ihre Familie ermordet werden.

Genau so wie solche Taktiken in Ländern der Dritten Welt benutzt werden um Terrorregime zu errichten die ideologisch verbohrt sind und der gesamten Bevölkerung schaden, werden diese Taktiken auch benutzt um gerade das zu verhindern und Nationen vor einem Schicksal zu retten das schlimmer ist als die Ermordung von einzelnen Personen. Siehe dazu auch die Reihe Death Squads.


Planung
Als Julius Caesar den Rubikon überschritt und sich zum Diktator erklärte stürzte die römische Republik in einen Bürgerkrieg. Caesar selbst hatte große Unterstützung in der Bevölkerung Roms und erst nach fünf Jahren Bürgerkrieg gingen die Senatoren ans Werk und verübten ein Attentat auf ihn. Nachdem um die 30 Senatoren ihn dann abgestochen hatten hielt der Attentäter Brutus eine kurze Ansprache vor dem Senatsgebäude und danach machten die Attentäter den wohl schlimmsten Fehler überhaupt; sie gingen einfach nachhause. Es gab keinen Plan für einen Staatsstreich und einer nach dem anderen wurde von den Anhängern Caesars gejagt und hingerichtet, während der Bürgerkrieg nicht nur weiter ging, sondern sich auch noch intensivierte und damit endete, dass ein Neffe von Julius Caesar zum ersten römischen Kaiser wurde. Die Republik war verloren, das Attentat hatte nichts geändert.

Man kann nicht eine Person entfernen und dann hoffen, es löse sich alles in Wohlgefallen auf. Attentate müssen so angelegt sein, dass sie die Debatte in eine Richtung lenken die man selbst kontrollieren oder zumindest beeinflussen kann. Positionen die dadurch neu zu besetzen sind müssen möglichst mit eigenen Agenten besetzt werden, oder der Terror muss groß genug sein um die Gegenseite handlungsunwillig zu machen. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung muss gelenkt werden hin zu den Schlussfolgerungen, von denen man will dass sie gezogen werden. Auf diese Weise kann man seine Darstellung der Geschehnisse durchsetzen indem sie kritisiert und befürwortet wird, aber es ist immer noch die eigene Darstellung.


Wen ermorden?
Viele Attentate zielen auf das eine große Ding ab, einen Präsidenten oder einen Diktator, was aber wie am Beispiel Caesars gezeigt nicht wirklich etwas bringt.


Man fängt eher am unteren Ende der gegnerischen Strukturen an. Also wie in anderen Einträgen bereits beschrieben die Vorsitzenden von lokalen Organisationsstrukturen, agitierende Gewerkschaftsführer mit Nähe zu extremistischen Kreisen, die Lehrerin die ihre Schüler die Internationale singen lässt, solchen Abschaum eben. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung ist hier auch begrenzt, Attentate werden wenn man es klever anstellt garnicht als solche Wahrgenommen und der Ressourcenaufwand den Ordnungskräfte in die Aufklärung investieren können ist beschränkt. Siehe dafür auch das Phoenix-Programm. Ein solches Vorgehen würde jede Struktur innerhalb von Deutschland mit seiner hohen Vergreisung, seinem geringen Nachschub und seiner dadurch resultierenden Trägheit zerstören.


Wer mordet?
Es ist in der heutigen Zeit völlig unnötig Attentäter zu rekrutieren oder eigene Leute zu opfern, da ein Entkommen bei einer öffentlich begangenen Tat sehr unwahscheinlich ist. Oft sind Attentäter geistig verwirrt bzw. man soll sie dafür halten, da die Strukturen im Hintergrund unerkannt bleiben wollen und sich von diesen auch keiner selbst opfern möchte.

Der Typ Attentäter wie John Wilkes Booth, der nach der Tat verkündet dass es so allen Tyrannen ergehen werde, ist die Ausnahme.

Heute benutzt man entweder völlig entbehrliche Leute die auch keine ideologische Motivation aufweisen, oder man benutzt gleich Bomben und Selbstmordattentäter. Ein Attentäter der überwältigt wird gibt der Gegenseite genug Material um das Attentat für ihre Zwecke ausschlachten zu können, was uns zum nächsten Punkt bringt.


Konsequenzen und Vorteile für den Gegner
Die Gegenseite wird alles tun um ein Attentat auf ihre Seite zu einem politischen Vorteil auszunutzen, während sie gleichzeitig verbreiten lässt man solle mit einer Tragödie keine Politik betreiben.

Die am 16. Juni 2016 ermordete Labor Abgeordnete und frühere Oxfam Funktionärin Jo Cox mit ihren Beta Ehemännchen und ihren zwei instrumentalisierten Kindern, die von ihr in die Öffentlichkeit gekarrt werden aber von der Presse anonymisiert. Typisch für Sozialisten staatliche Bildungssysteme auch unter Zwang zu befürworten, damit argumentieren dass den Eltern nicht getraut werden kann mit was für Werten sie ihre eigenen Kinder großziehen, während sie selbst ihre Brut instrumentalisieren und manipulieren bei jeder Gelegenheit. Siehe auch das Buch "Unter Linken".
Cox wurde am 16. Juni abwechselnd abgestochen und abgeknallt von dem 52 Jährigen Thomas Mair, welcher als geistig verwirrt gilt. Die Presse hatte versucht ihm ein nationalitisches Motiv anzuhängen und der Fall fiel zeitlich ganz zufällig auf den Vortakt zum Brexit Votum. Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigten allerdings, dass dieses Attentat die Stimmung kaum beeinflusst hat. Zudem gab es zwischen Cox und anderen Labor Kadern innerparteiliche Auseinandersetzungen. Viele Briten gaben zudem im Internet auf Twitter und Facebook an, dass sie das Attentat für eine innerparteiliche Verschwörung halten. Am Ende des Tages ist eine sozialistische Ikone tot und ihre Gegner haben keinen messbaren Imageverlust erlitten. So oder so war das Cox Attentat ein guter Hit.


Inszenierte Attentate und Attentatsversuche


Inszenierte Attentate können von einer Fraktion auf sich selbst verübt werden um unbequeme Akteure aus den eigenen Reihen zu entfernen und dabei an deren dramatischen Ableben noch zu kapitalisieren. Inszenierte Attentatsversuche können dazu dienen, für eine Person Sympathie zu generieren.

Nach dem Attentatsversuch auf Reichskanzler Otto von Bismarck am 7. Mai 1866 schrieb Queen Viktoria ihrer Tochter in einer Briefkorrespondenz:
„Die Leute hier denken, daß man alles absichtlich inszeniert habe, und sie glauben nicht, daß der Mann wirklich versucht hat, Bismarck zu erschießen – außerdem, warum ist es ihm nicht gelungen?“


Siehe auch:
Sprengstoffwesten für PEGIDA-Selbstmordattentäter
Sprich leise und trage einen großen Knüppel

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