Mittwoch, 24. August 2016

Vorratshaltung


Ich habe das Thema bisher nur am Rand behandelt egal wie viele danach verlangt haben weil ich es langweilig finde und es so einfach ist. Jetzt hat die Bundesregierung allerdings ihr Katastrophenschutzkonzept überarbeitet und die Empfehlung an die Bürger Vorräte für 14 Tage anzulegen, was überhaupt nicht neu an der ganzen Sache ist, gerät in die Medien die mal mehr oder weniger positiv, kritisch, spötisch oder moderat darüber berichten. Für mich hat sich das ganze Thema schon vor Jahren erledigt und ist einfach nicht interessant, weil ich bin jemand der Ratten frisst. Weil jetzt allerdings wieder Aufmerksamkeit darauf gelegt wird behandel ich es trotzdem mit dem Hinweis darauf, dass diese Betrachtungsweise durch meine Sichtweise stattfindet und ich mich nicht zu den Prepperasten zähle die sich den Keller vollstellen.



1. Keine Panik
Immer wenn solche Meldungen durch die Medien gereicht werden meinen einige Leute der große Finanzcrash und anderer Blödsinn stehen kurz bevor und verbreiten unter ihren Mitmenschen Angst und Panik um sich selbst wichtig zu machen und so zu tun als wüssten sie lauter schlaue Dinge die die anderen Schafe alle nicht wissen. Konzentriere dich in erster Linie auf dich, deine Situation und deine Freunde. Nicht auf die Prognosen irgendwelcher Internetplattformen die dir erzählen wollen sie haben irgendwelche Insiderinformationen, oder Massenmedienberichte die heute besonders einblickend wirken sollen, deren Autoren nächste Woche aber wieder über irgendeinen anderen Schwachsinn schreiben.


2. Keine Panikkäufe
Panikkäufe sind nicht durchdachte Anschaffungen von Dingen von denen es in erster Linie darum geht "hauptsächlich irgendwas" zu haben. Leute machen das mit Vorräten, mit Waffen, mit lauter Dingen von denen sie eine Woche später feststellen, dass sie die gar nicht brauchen. Das ist emotional aufgewühltes und dummes Verhalten. Dazu verteuert es Dinge die den Preis gar nicht wert sind, wie man bspw. in den USA sieht wenn die Leute Munition in großen Mengen kaufen und es dann in ganzen Regionen Knappheiten gibt, nur weil einige Leute denken dass Morgen das Kriegsrecht ausgerufen wird und die UNO die Kontrolle über die US Regierung übernimmt.
In Deutschland nennt man sowas auch "Hamsterkäufe" die eine temporäre Knappheit und Preisinflation verursachen. Wie bereits in der Vergangenheit mehrmals behandelt ist Wucher ein wichtiges Marktsignal was für ein Nachschub an Angebot sorgt in dem Bereich wo Wucher herrscht.


3. Was brauche/esse ich eigentlich?
Wenn ich mir diverse Listen ansehe die in Prepper-Kreisen kursieren oder von der Bundesregierung empfohlen werden mit Zusammenstellungen von Lebensmittel um diese und jene Mindestanzahl von Kalorien pro Tag einzuhalten, dann stelle ich als erstes Fest, dass das meistens Dinge sind die ich überhaupt nicht esse. Das wird zum Problem bei Vorräten, die sowieso nicht lange Haltbar sind und nach einer Weile ausgewechselt bzw. durchroutiert werden müssen. Will ich dass dann überhaupt essen? Oder steh ich dann da und überlege was ich mir dabei gedacht habe?


4. Welche Produkte empfehlen sich?
Ich habe bei anderen Leuten schon einen Haufen Blödsinn gesehen bei diesem Thema. Du empfiehlst ihnen Vorräte anzulegen und dann stolpern sie drauf los. Sachen die nach einen Jahr bereits abgelaufen sind, die vergessen wurden, die in feuchten Kellern komplett vergammelt sind.

Dazu gibt es das Problem, dass Leute zu oft nach Produkten suchen die irgendjemand lagert der etwas von der Sache versteht in der irrigen Annahme, wenn sie diese Person nachmachen verstehen sie auch etwas von der Sache, obwohl die Situation zwischen diesen Personen dann eine völlig andere ist. Wie zu Beginn bereits hier nochmal der Hinweis, dass das hier meine Betrachtungsweise ist und für die nächste Person schon wieder völlig ungeeignet sein kann.

- Langzeitlebensmittel
Gefriergetrocknete, vakuumierte und komprimierte Langzeitlebensmittel sind etwas das man einmal kauft und dann für 20 Jahre vergessen kann. Sollten diese 20 Jahre dann allerdings mal ablaufen, dann ist man auf kurzem Zeitraum mit einer Menge teurer Lebensmittel konfrontiert durch die man sich durchfressen, oder diese ersetzen muss. Ich selbst habe da wo ich wohne nur eine sehr kleine Zahl an solchen Lebensmittelportionen. Der Großteil davon sollte an Rückzugsorten lagern und/oder in passenden Containern vergraben werden. Diese Dinge sind ein Last Resort.

- Alltagslebensmittel
Das sind Dinge die man jetzt überall in der Zeitung sieht wie Einmachgläser und Konserven. Macht für mich wenig Sinn und das Problem bei Eingemachtem und Konserven ist, dass diese viel Platz und Gewicht allein durch den Wassergehalt einnehmen. Und wenn wirklich Knappheit herrscht plane ich nicht stationär ein einem Ort zu verbleiben und habe auch kein Interesse daran dann Einmachgläser zu transportieren.

Geschmackspulver

Was einfache Anschaffungen sind die lange halten sind Dosen mit Corned Beef, Nudeln und alle möglichen Maggi Pulver. Diese Fix&Frisch Mischungen und Soßenpulver können einer haltbaren aber langweiligen Diät Geschmack geben und der bietet Abwechslung als einen wichtigen moralischen Faktor. Brühwürfel sind wichtig für Suppen die man mit dem anrichten kann was gerade da ist. Corned Beef kann als Fleischbeilage auch den meist Vegetarischen Langzeitlebensmitteln beigefügt werden, wobei das Zeug für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war.

- Trekking Food und MREs
Schon mehrmals beschrieben: zu teuer und nicht lange haltbar. Trekking Futter in der Tüte ist für den Urlauber auf Radtour eine tolle Sache, taugt für die Lebensmittellagerung allerdings mal gar nix.

- Wasser
Wasser ist nicht nur wichtig um hydriert zu bleiben, sondern auch zum Kochen. Ich habe allerdings keine Verwendung dafür zwei Kästen Mineralwasser rumstehen zu haben und es empfiehlt sich eher Wasserreinigungstabletten und Wasserfilter zu haben. Wenn Wasser knapp ist, dann ist es nicht empfehlenswert in der Wohnung auszuharren während die 60+ Nachbarn bereits nebenan vor sich hinmodern. An einem Rückzugsort sollte man Zisternen oder gar einen Brunnen haben und lokale Kenntnisse darüber, wo Wasserstellen zu finden sind. Für den moralischen Faktor empfiehlt es sich Brausepulver oder Instant Juice Pulver und Tee auf Vorrat zu haben.


5. Soziale Faktoren
Das man darüber was man hat und wo man es hat und das alles gefälligst sein dummes Maul hält sollte klar sein, etwas anderes ist dann schon wieder der Umgang innerhalb der eigenen Familie.

Kinder brauchen bis zu einem gewissen Alter von dem Thema überhaupt nichts wissen und interessieren sich auch nicht dafür.
Bei der Partnerin wird es dann schon wieder komplizierter, da die Lebensmittel"versorgung" bzw. -anschaffung traditionell Aufgabe der Hausfrau ist und der Prepperast damit in ihr Métier eindringt, was diese als Bevormundung wahrnimmt. Manche bilden sich ein, ihre Frau fände es ganz toll wenn der Keller voller Vorräte ist, da diese dann nicht mehr einkaufen gehen muss. Der Prepperast beraubt damit allerdings seine Partnerin einem wichtigen weiblichen Ritual, was für sie wichtige Sozialisierung im Alltag ist. Geht in irgendeinen Supermarkt und die Frauen quatschen eben an der Kasse, während der Mann sich eigentlich auf seine bloße Aufgabe konzentriert Lebensmittel zu beschaffen. Fehlt der Frau dann diese Aufgabe und die damit verbundene Sozialisierung aus dem Haus zu kommen, dann wird sich die Frau langweilen, Ablenkung suchen und der doofe Prepperast kann dann bei bevorstehender Scheidung nachsehen ob er BBC in seinem SHTF-Handbuch für Survival Akronyme findet.


Schlusswort
Die Bundesregierung kann ihr Katastrophenschutzkonzept überarbeiten und über eine Wiederaufnahme der Wehrpflicht diskutieren, aber es ist zu wenig zu spät. Diese Zivilisation ist nicht bereit den Existenzkampf fortzuführen und auch wenn das Zeitalter der islamischen Kriege 2025 wahrscheinlich vorbei ist, so wächst die Bevölkerung Schwarzafrikas bis dahin um über 300 Millionen. Das wird einen richtigen Barbarensturm auslösen und in Europa werden dann nicht mehr genug Menschen sein welche mit Vorräten aus Milchpulver und Gemüse in Dosen ihre Restgesellschaften noch am laufen halten könnten. Es sind anesthetische und therapeutische Maßnahmen.



Siehe auch.:
Veganes Preppen



Kommentare:

  1. Essen ist immer da, denn hier laufen genug Sozialdemokraten rum.
    Bei Wasser sind Wasserfilter, Aufbereitungstabletten und Wasserkisten im Keller für mich das Beste. Die Kisten kann man ja gut durchrotieren, wobei das eigentlich sowiso ewig hält.

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  2. NV du bist einer der rationalsten Personen, die derzeit im Netz rumläuft, glaubst du daher echt, dass der "Barbarensturm" kommt und sich die Leute, die hier das Sagen haben ihre Ressourcen wegnehmen lassen?

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    1. Du hast anscheinend meine ganzen vorherigen Einträge nicht gelesen in denen ich die Frage bereits beantworte, wie kannst du mich also rational nennen aufgrund der wenigen Sachen die du bereits gelesen hast?
      Die Leute die hier das Sagen haben, diese "Eliten", sind keine Herrscher sondern Insolvenzverwalter. Über was für Ressourcen willst du hier reden? Ein Durchschnittsalter von 46 Jahren wo das best-used-by Datum überschritten ist? Europa ist sicherheitspolitisch Irrelevant weil es sich dazu entschieden hat und für die Anglosphäre ist Europa ein Penner der in Amerikas Garage lebt und darüber mault, warum der Gastgeber nicht das metrische System verwendet und wie fett und doof er ist. Besser ist es man lässt die Europäer durch Dritte abschlachten und besiedelt dann das Gebiet in 100 Jahren neu.

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