Freitag, 28. Oktober 2016

Aktivismus und Territorialismus


Ein Phänomen was sich in den letzten Jahren vermehrt und seit kurzem auch in Deutschland zeigt ist das des last stand, bei dem ein einzelner oder eine Gruppe von Unzufriedenen sich staatlicher Authorität widersetzen indem sie sich von dieser Staatsstruktur unabhängig erklären und irgendwo auf ihren besetzten paar Quadratmetern Rebellentum spielen und denken, dass das ihr großer Showdown ist mit den Robocop Armeen von Weltverschwörungsgruppe XY.

In den USA ist hierfür eines der jüngeren Beispiele die Besetzung von eines verwaisten Gebäudes der Bundesnaturschützbehörde im Malheur National Wildlife Refuge, Oregon, gewesen. In Deutschland tritt ähnliches Verhalten durch die Reichsbürgerbewegung auf.
Was ich dabei feststelle ist der Versuch von Aktivismus im Vergleich zu Territorialismus, von Leuten die den Unterschied nicht kennen. Und nur selten haben diese Leute aber dann den Mut und die Entschlossenheit auch wirklich dabei zu sterben, denn Aktivismus ist therapeutisch und anästhetisch.

Alle diese Versuche von Besetzung von Land und Widerstand gegen Behörden haben ihren Ursprung in Aktivismus, welcher ideologisch geprägt und daher eine schlechte Ausgangsposition ist. Eine Milizgruppe die eine verwaiste Feuerwache besetzt, abseits jeder Gemeinschaft, sieht sich im moralischen Recht Widerstand zu leisten gegen eine Regierung die ihre persönliche Freiheit einschneidet, ein Reichsbürger sieht sich im moralischen Recht gegen eine Regierung die seiner Meinung nach gar nicht richtig legitim ist.

Aktivismus folgt folgenden Mustern:
Erkläre den eigenen moralischen Wert. Beanspruche moralische Authorität. Beanspruche Machtausübung.

Das macht Aktivisten jeder coleur auch so verdammt nervig. Sie denken sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite, ein Begriff der bei realistischer Betrachtung der Verhältnisse an Bedeutung und somit Wert verliert, während sie von dir verlangen sich ihrem Willen zu beugen, weil deine eigene Moral dies ja verlangen müsste, oder du andernfalls nicht moralisch bist.
Das Gefühl des Aktivisten durch Aktivismus etwas zu verteidigen was er für gut befindet, also Heimat, Familie und dergleichen, fühlt sich am Ende so gut für den Aktivisten an, dass er gar nicht merkt, dass er sich auf seinem moral high ground der moralischen Überlegenheit selbst unter Belagerung gestellt und in einem gefährlichem Terrain eincampiert hat, genau so wie die Territorien welche Aktivisten zur Okkupation ausgewählt haben schlecht gewählt sind. Methoden und Prioritäten taugen nichts.


Territorialismus dagegen funktioniert anders:
Schaffe Strukturen innerhalb deiner Möglichkeiten und schaffe Ergebnisse. Bekomme würdig deiner eigenen Macht. Übe dadurch anerkannte Authorität aus.

Beispiele hierfür sind Straßengangs die in den Vierteln die sie kontrollieren ein wirtschaftliches Fundament für die dortigen Anwohner bieten, indem sie bspw. Strom stehlen und diesen zur Verfügung stellen, Satelitenfernsehen installieren oder Lebensmittelrationen verteilen. So werden Gangs durch Sozialarbeit zu anerkannten Strukturen und daher ist jede Streetgang kompetenter als eine Gruppe von Aktivismus-Idioten, die am Ende des Tages von anderen verlangen ihre erleuchteten Ideen dazu wie menschliche Gemeinschaften funktionieren sollten umzusetzen.

Trotzdem sind Aktivsten für Territorialisten positiv zu betrachten, da sie Behörden ablenken und ein Ablassventil für dysfunktionale Menschen darstellen, die man so entweder auf Beschäftigungstherapie setzen oder direkt loswerden kann, nur um sie möglichst von den eigenen Strukturen fernzuhalten.
Dazu bin ich was die Fragen von Herrschaft angeht absolut pragmatisch eingestellt und der Ansicht, dass die einzige Aufgabe des Königs ist jeden zu töten der selbst König sein will. Was bedeutet, ich würde Reichsbürgern genau so wie Militia Multicam-Aktivisten in der Zelle die Kehle durchschneiden. When you play the game of thrones you win or you die.




Siehe auch: 
Das Viertel
Siedeln
Gruppenaufbau: Sponsoring


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