Donnerstag, 27. Oktober 2016

Die Ausdünnung der Herde

Expeditionen ins Barbarenland


An jedem Jahrestag des 11.September halten viele Leute es für nötig die Terroranschläge von New York zu vergleichen mit den Kriegen in denen die USA involviert waren und dabei die Opferzahlen zu vergleichen, was im Grunde ein ideologisch motivierter Versuch ist ein moralisches Equivalent zu ziehen. Beispielhaft für soetwas ist ein Auszug aus Michael Moores Bowling for Columbine, in welchem der Sozialist und Propagandist Moore untermalt mit Musik von Louis Armstrong den Zuschauer vor vorgerahmte Perspektiven stellt, bei denen lediglich bedeutungslose Zahlen an Todesopfern und eine irreführende und falsche Behauptungen aufgeführt werden und die bloße Überlegung unterdrückt werden soll, dass es für diese Zahlen verdammt gute Gründe gegeben hat.


Abgesehen davon, dass der Sozialist Moor sich nicht interessiert für die Todesopfer sowjetischer Unternehmungen und in seiner Karriere als Schmierfink und Propagandist diese aktiv vertuscht hat, existiert in dieser Aufzählung auch sonst kein Akteur neben den USA und US Marionetten. Dabei hat jede Nation, jedes Volk seine eigenen Ambitionen um Vormachtsstellungen genau wie Individuuen Ambitionen verfolgen in einen Alpha Status zu gelangen. Die USA sind allerdings der erste militärische Hegemon, der anderen und sogar ehemals feindlichen Nationen unter seinem Nuklearwaffenschirm erlaubt, ihn wirtschaftlich zu überholen. Und während diese anderen Akteure ihre eigene Verteidigung zusammensparen können und Kapital eher in utopistische Sozialprogramme investieren, bleibt es diesem militärischen Hegemon überlassen seine Stellung zum Gunsten dieser Nutznießer in der Welt zu behaupten, wobei es eben ihm größtenteils alleine zufällt, aufstrebende Konkurrenten, die von ihren eigenen Großreichen träumen, präventiv zu befrieden.

In Klartext heißt das hin und wieder in Barbarenland einzufallen und dort alles platt zu machen.

Hierfür werden vorwiegend Taktiken von Strafexpeditionen angewendet, oder des Chevauchee, bei denen lediglich ein hoch mobiler Kriegszug die Aufgabe hat in ein gegnerisches Territorium einzudringen und wirtschaftliche Kriegsführung zu begehen, welche zum Ziel hat die Produktionskapazitäten des Gegners zu zerstören und die Herrschaftslegitimation seiner Führungsschicht zu untergraben. In der Neuzeit sind hierfür beispielhaft die israelischen Luftschläge gegen den irakischen Atomreaktor während Operation Babylon und die syrische Atomanlage in Deir ez-Zor während Operation Orchand. Die nukleare Aufrüstung dieser Akteure hätte ihnen, wenn auch keine vergleichbare Offensivkapazitäten mit dem Westen, zumindest die Möglichkeit der Abschreckung gegeben, während sie ihre Reiche ausbauen und sich nicht nukleare Nachbarstaaten einverleiben, entweder direkt oder durch Proxy.

Eine weitere Maßnahme zur Stabilisierung, welche als solche allerdings nicht erkannt wird, ist das Nation Building, welches dabei nicht immer demokratischen Prinzipien folgt, mit welchen der Begriff seit der Bush Administration 2001-2008 assoziiert wird, sondern dem ziehen von Grenzen und dem Einsetzen von Minderheitsregierungen, welche über Mehrheiten herrschen. Dies hat zum Zweck ein Pattverhältnis zu erzeugen, in welchem die Mehrheit die Minderheiten nicht durch eine eigene Regierungsstruktur genozidieren kann und die Minderheitsregierung zu wenige sind, die Mehrheiten zu genozidieren. Dieses Verhältnis blieb auch trotz des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen im Irak gegen Kurden relativ stabil und auch die Entstehung von Bürgerkriegen ersparte grenzübergreifende Konflikte, welche ganze Regionen destabilisieren. Die Wahl fällt hier nicht auf optimale Lösungsansätze, sondern auf Lösungsansätze welche am wenigsten schlecht sind.

Die demografische Lage und die daraus resultierende Kultur erlauben es dem Westen, besser gesagt den USA als einzig verbliebene Supermacht, nur noch aus der Deckung heraus solche Präventivschläge zu führen um nicht weiter in Isolation zu geraten. Passiert das nicht, dann sehen ambitionierte Fraktionen überall auf der Welt, dass der Westen nicht länger willens ist Gebiete zu befrieden und eine grundlegende Ordnung durchzusetzen, was dazu führt, dass diese nach archaischen Regeln eigene Reiche und Blöcke errichten werden, bis der Westen irgendwann völlig isoliert ist von Blöcken die ihn hassen. Der zweite Weltkrieg begann nicht als zweiter Weltkrieg, sondern mit vielen kleinen Konflikten zwischen Nationen in Asien und Europa.

Es ist daher für den Westler völlig absurd sich aus pseudo-moralischen Gründen mit dem zu solidarisieren, was er für unschuldige Opfer hält und gegen den bereits schwankenden Hegemon, der durch seine militärische Vorherrschaft die selbstgerechte Sozialindustrie Westeuropas ermöglicht.



Siehe auch: 
Appeasement
Mehr Leichen, bitte
Druckmittel Horror


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