Dienstag, 18. Oktober 2016

Keine losen Enden

Demobilisierung von Nichtstaatlichen Akteuren am Beispiel der Ostukraine


Als Kühlhaubenfigur einer der russischen Separatistengebiete im Osten der Ukraine lebt es sich nicht sicher und nicht lange. Einer nach dem anderen wird entweder ermordet, wegverhaftet, verschwindet oder begeht Selbstmord.

Vor nicht ganz zwei Tagen habe ich mir noch den schlechten Russenpropagandaschnipsel "This is sparta, bro" über den Kriegshaufen der sich "Sparta" nennt (von wegen homophobe Russen) unter dem Kommando von Arseny Pavlov, besser bekannt unter seinem Nom de Guerre Motorola, angesehen, um wieder einen Eindruck davon zu bekommen, wie rückständig und schlecht russisches taktisches Training und wie degeneriert die generelle Einstellung ist und mich dabei gefragt, wann dieser Degenerierte Motorola wohl ins Gras beißt, was sicher nicht durch eine ukrainische Kugel oder Granate passieren wird, sondern durch Handlungen aus den eigenen Reihen. Kurz darauf war es dann auch soweit und Motorola wurde durch einen Sprengsatz im Aufzugschacht seines Wohnblocks aus dem Leben befördert.

Die kürzer werdenden Abstände in denen in den letzten Monaten Separatisten verfettet wurden spricht weniger für einen Machtkampf innerhalb ihrer Strukturen, welcher seit Beginn der offen auftretenden russischen Proxyorganisationen stattfindet, sondern dafür, dass die Leiter der Operation in Russland hier einen Hausputz machen, Separatisten demobilisieren und diese als Faktoren beseitigen wie Michael Corleone am Ende vom Paten.



Diese Leute sind den Interessen von Russland nicht nützlich und ein "sich selbst überlassen" gibt es in der russischen Strategie nicht. Die Separatisten haben nur den Zweck die Ukraine zu destablisieren und zu verhindern, dass ein weiteres slawisches Land sich von Russland abwendet und durch die Zuwendung zum Westen seine Lebensqualität verbessern kann. Es geht nicht darum konkurrenzfähige Modelle aufzubauen die einen Gegenpart zum Westen bilden und deswegen ist die gesamte Sozialstruktur auch so parasitär. Man hat aus dem Donbass geklaut was man wollte und jetzt fährt man seine Involvierung herunter, damit nicht ein weiteres Desaster wie der Abschuss einer Passagiermaschine durch russische Proxies stattfindet und damit Konsequenzen in Form vom Sanktionen gegen Russland nach sich zieht. In der Ostukraine herrscht Anarchie und Kriminalität weil jeder kleine Dorfdemagoge der ein paar seiner Saufkumpane unter Waffen hat seinen Frontabschnitt behandelt wie sein Lehnsgut und die Demografie ermöglicht es nicht, dass solche Leute bereits vorher aussortiert wurden.

Es gibt keine richtige Ideologie sondern nur eine Ansammlung von Rechtfertigungsversuchen, die sie als welche verkaufen wollen. Diese an Schizophrenie grenzende Formenwandlungsfähigkeit eines Parasiten sehen die Russen als ihre einzigartige Tiefgründigkeit und russische Seele, die über der ideologischen Unterteilung von Links und Rechts steht und nur das Oben und Unten sieht.

 Die Ostukraine ist voll mit alten Leuten. Die Russen sind ein sterbendes Volk.

Die Russen rekrutieren ihre Zuträger aus den unteren sozialen Schichten mit parasitären Interessen weil sie genau wissen, dass diese Leute wieder entfernt werden und dann auch nicht vermisst werden. Die Ostukraine wurde während des Konflikts um ihre Schwerindustrie gebracht, welche demontiert und nach Russland abtransportiert wurde, und nun bleibt sowieso nichts mehr übrig von dem die Seperatistenführer als neue Verwalter und Oligarchenklasse parasitieren könnten. Sobald sie das begreifen könnten sie einfach Deals mit den Ukrainern machen und damit würde jeder wissen, dass das russische Modell gescheitert ist. Also bringt man sie einfach um, was die beste Methode ist. Der einzig bessere Fall wäre es, wenn es wirklich, wie von den Russen behauptet, ukrainische Neo-Nazi Todesschwadronen mit Hilfe der CIA gewesen wären.

Diese Führer der Separatisten sind zum Großteil psychisch degenerierter Abschaum und im Grunde Tiere auf zwei Beine. Die Sozialkultur der Russen ist so im Eimer dass selbst im Islamischen Staat stabilere Verhältnisse herrschen als in den Seperatistengebieten. Die Hinrichtungen der Islamisten haben sich ritualisiert und institutionalisiert und der orangene Kombianzug ist Markenzeichen dieser Institution, während die Separatisten dadurch auffallen Gewalt wie ein Mob anzuwenden; cholerisch, impulsiv und sadistisch. Russland fände einen solchen Sumpf an der Grenze seiner Nachbarländer wahrscheinlich ganz praktisch, allerdings nicht an seiner eigenen.

Es gibt dazu einen Ausblick welche Methoden russische Subversion im Westen anwendet. Die Russen laden zu politischen Kongressen alle möglichen Freaks und Versager aus alle Ecken ein, denn was diese selbst für eine Ideologie haben ist am Ende des Tages egal, solange sie willig sind dafür Russland in die Hände zu spielen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Linkspartei komplett gleichaufliegend mit der AfD oder der antideutschen Bewegung der Identitären, die mit ihrer Nähe nicht nur zu Russland, sondern auch zu Frankreich sich gleich an zwei Erzfeinde verkauft.
Ihre Vorstellungen für innenpolitische Angelegenheiten sind völlig unbedeutend, nicht da dies Russland nicht betreffen könnte wie bspw. sein Agentennetzwerk, sondern weil diese Leute alle abgesägt werden bevor sie ihre Machtposition zementieren können. Verräter gewinnen niemals.

Pavlov hat vor dem Krieg in einer Autowaschanlage gearbeitet und wahrscheinlich war seine Zeit als "Motorola" die beste seines Lebens und sein Ende war schnell und schmerzlos. Er ist vermutlich noch besser dran als jene, die damit ihr Leben weggepisst haben für Russland zu bloggen und zu trollen.

Counterinsurgency Strategen wie David Kilcullen - wir empfehlen sein Buch "Out of the Mountains" hier in der Feldbibliothek - behandeln in ihren Strategiepapieren und Artikeln die Schaffung einer globalen Counterinsurgencystrategie nach Muster des Phoenix Program. Wäre Deutschland ein sterbendes Ostblockland mit weniger Einwohnern als eine deutsche Großstadt, dann hätten subversive Untriebe geringere Priorität. Wer aber ein logistisches Industriezentrum an den Feind ausliefern will, der ihn als Dank dafür am Ende sowieso beseitigt, der wird wahrscheinlich bei einer Zuspitzung der Verhältnisse verunfallt oder verfettet, was beide Seiten sich gegenseitig in die Schuhe schieben werden.



Siehe auch:
Krisenpsychologie: How to Deal with Russians
Die Barbaren Teil 2
Russlands Rolle in der Flüchtlingskrise
Die Reihe Counterinsurgeny hier auf dem Blog
Die Reihe Death Squads, insbesondere Themenbezogen Teil 4
Nothing is true and everything is possible - Peter Pomerantsev
David Kilcullen - Countering global Insurgency



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen