Montag, 10. Oktober 2016

Schädel präparieren

Wie man Köpfe zu Zierobjekten verarbeitet

- Ein Gastbeitrag von Kopfkollekteur


Den Kopf seines Feindes nicht nur abzutrennen, sondern auch aufzubewahren, hat etwas rituelles. Wer den abgetrennten Kopf mit in sein Heim nimmt, der bringt damit nicht seinen Feind nachhause, sondern sein spirituelles Zentrum, wo er seine Gedanken geformt hat und was ihn zu dem machte was er war. Damit der moderne Kopfjäger aber nicht nur mit einem stinkenden Stück Gammelfleisch nachhause kommt sollte ein Schädel vorher präpariert werden.
Die beschriebene Methode behandelt die Verarbeitung des Schädelknochens zur Trophäe.


Schritt 1.
Um den Schädelknochen von der Haut zu befreien sollte man diese roh und möglichst am ganzen Stück vom Knochen trennen.
Bei einer Entfernung der Kopfhaut wird am Hinterkopf und unterhalb des Kiefers vom Kinn bis zum Halsknochen aufgetrennt. Hier kann noch tief in das Muskelfleisch geschnitten werden, da der Knochen hier nicht vom Messer berührt wird und am Ende sichtbare Schnittstellen hinterlässt. Wird dann die Haut abgetrennt, so sollte man so viel Muskelfleisch wie möglich mit abtrennen, was später nicht erst abgekocht werden muss und damit Zeit und Heizenergie kostet. Beim Abtrennen ein feines Messer verwenden, wie bspw. ein Filetiermesser. Die Klinge sollte dabei möglichst nach oben zeigen um, wie bereits erwähnt, den Schädelknochen nicht zu verkratzen. Schädel und Kiefer werden hier bereits getrennt. Die Augen werden mit einem Schlitzschraubenzieher herausgehebelt und mit dem Filetiermesser in der Tiefe vom Sehnerv gelöst.

Muskelgewebe an einem menschlichen Schädel


Schritt 2.
Der zweite Schritt nach dem Abtrennen ist das Auskochen. Hierbei wird übriges Muskelfleisch gelöst, sowie die Hirnmasse und die Zahnstruktur. In einer Krisensituation oder im Feldlager, wo Energie knapp ist, sollte man möglichst hierfür ein Holzfeuer verwenden, wenn die Situation es ermöglicht. Dazu empfiehlt sich die Zugabe von fettlösendem Geschirrspülreiniger, da das Gehirn zu 90% aus Fett besteht und beim kochen dieses Fett austritt und den ganzen Schädel verschmiert. Der Schädel sollte eine ganze Stunde in kochendem Wasser gelassen werden.


Schritt 3.
Dann sollte die Suppe weggeschüttet und der Schädel noch heiß dampfend weiter bearbeitet werden. Beim Kochen mit Feuer dieses Feuer nicht löschen, da später wieder benötigt.
Zurückbleibende, mittlerweile graue Fleischreste werden entfernt. Dies kann mit einem Hochdruckreiniger geschehen, oder mit einer Brüste und einem Reinigungsschwamm. Verwendet man einen Hochdruckreiniger, so wäre es ratsam bei Möglichkeit den Schädel dabei in demselben Gefäß zu platzieren in welchem er ausgekocht wurde. In diesem Schritt wird der Atlasknochen und das Gehirn durch das Hinterhauptloch[foramen magnum] entfernt.

Hinterhauptloch

Sollte man einen Hochdruckreiniger zur Verfügung haben kann man diesen verwenden, ist das nicht der Fall muss es mit einem Haken herausgekratzt werden. Wenn das Fett herausgekocht wurde, so ist das Gehirn mittlerweile zusammengeschrumpft zu einer bröckeligen Masse, kann aber mit etwas Vorsicht am ganzen Stück entfernt werden. Die Zähne sollten ebenfalls entfernt werden, da sich unter diesen noch Zahnfleischreste befinden können. Vor diesem Schritt sollte die Zahnordnung abfotografiert werden um sie später wieder einfacher zusammensetzen zu können. Die Zähne sollten sich dabei leicht lösen lassen, falls nicht dann eine kleine Kombizange verwenden. Keine Kneifzange mit scharfen Backen die eventuell die Zähne zerkratzen werden.


Schritt 4.
Anschließend wird das Gefäß wieder mit Wasser befüllt und diesem Wasserstoffperoxid in 30% bis 40%iger Stärke beigemischt um den Knochen auszubleichen und eventuelle Reste an Fleisch zu entfernen. Bei der Arbeit mit Bleichmittel sollten Handschuhe getragen werden. Die Zugabe von Bleichmittel ist dabei ein kosmetischer Schritt. Man kann den Schädel auch bei seiner Naturfarbe belassen. Werden die Zähne ebenfalls gekocht, dann praktischerweise in einem Sieb aus Edelstahl. Das ganze wird nochmals für eine halbe Stunde gekocht.


Schritt 5.
Zuletzt wird der Schädel noch einmal gereinigt und die Zähne wieder eingesetzt, wobei diese wie der Kiefer zur Befestigung mit Cyanacrylatkleber[Superkleber] verklebt werden. Die stellen vorher nochmals reinigen.
Wenn man einen Schädel gravieren möchte, so kann man dafür Gravierstifte verwenden.

Tibetanische Schädelgravur

Der Schädel ist nun fertig und kann als Tischornament an die Liebste verschenkt werden, als Buchhalter für die Feldbibliothek, Briefbeschwerer, Kinderspielzeug, oder Kerzenhalter.



Hier noch einmal die Liste aller aufgeführten Mittel:
  • Schädel
  • Filetiermesser
  • Schlitzschraubenzieher
  • Gefäß zum Kochen
  • Fettlösendes Reinigungsmittel
  • Hochdruckreiniger
  • Kombizange
  • Gummihandschuhe
  • Sieb aus Edelstahl
  • Reinigungsschwamm
  • Kleine und große Bürste
  • Wasserstoffperoxid Bleichmittel in 30-40%iger Stärke
  • Cyanacrylatkleber
  • Gravierstifte



Siehe auch:
Dead Body Disposal


Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Was ist mit dem Ameisenhaufen, der hier früher immer empfohlen wurde?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Gourmet macht es auf oben beschriebene Weise, der Pragmatiker mit nem Ameisenhaufen.

      Löschen
    2. "immer empfohlen".
      Also ich hab das mit dem Ameisenhaufen zweimal erwähnt. Das ist eine Frage der Bequemlichkeit und der Umstände. Wenn man sowas in größerem Maßstab machen möchte, dann empfiehlt sich gleich die Madenfarm oder der Beetle Tank.

      Löschen
    3. Hier in der Nähe gibts keine Ameisenhaufen und Auskochen geht schneller als welche zu suchen.

      Löschen