Dienstag, 15. November 2016

Plebs

Wie die deutsche Gesellschaft ihre Mittelklasse verliert

Deutschlands Gesellschaft steuert auf eine feudalistische Ordnung zu ohne Mitte die ihren Schwerpunkt am untersten Ende findet, mit einer kleinen und privilegierten Kaste an der Spitze.


Eigentumsverlust und Eigentumsablehnung
Eine freie Gesellschaft kann nur existieren wenn sie auf Eigentumsverhältnissen fußt, was dazu übergeht einen Rechtsstaat im Rahmen halten zu können und überhaupt etwas eigenes zu halten, mit dem oder indem man diese Freiheit ausleben kann. Geht dieses Eigentum verloren und der Bürger hat nichts mehr mit dem er sich verbürgen kann, dann verschwinden zwangsläufig auch seine Privilegien.

In Deutschland halten immer weniger Menschen Wohneigentum, eines der wichtigsten Eigentumsgüter welches es gibt, allein durch den Wert des Baulandes. Der Durchschnitt in der EU bei Wohneigentum liegt bei 70,1 %, wogegen in Deutschland der Durchschnitt nur bei 45,9% liegt. Daraus ergibt sich eine Reihe an Konsequenzen. Die Menschen haben kein Mittel mehr welches sie bei einer Bank verpfänden könnten um für unternehmerische Tätigkeiten einen Kredit zu generieren, was die unternehmerischen Perspektiven zur Selbstständigkeit einschränkt. Hier endet man dann mit der Situation, dass Wohneigentümer im Fall von Arbeitsplatzverlust länger arbeitslos sein werden, weil sie an ihrem Wohneigentum hängen und nicht dorthin gehen werden wo es Arbeit gibt. Und solange es Existenzsicherung vom Staat gibt werden sie Wohneigentum nicht verpfänden um es dem Risiko der eigenen Selbstständigkeit auszusetzen. Auch wenn man bei Erfolg als Kapitalist und Ausbeuter verschrien und stark besteuert wird. Dazu kommt die Frage, wofür Banken noch Kredite geben werden wenn die Bevölkerungszahlen sinkt und der Markt so zusammenschrumpft, dass die wenigen jungen Menschen, mit einem kleineren Angebot auskommen und die einzigen wachsenden Märkte Botox, Viagra und Katzenfutter sein werden.
Die Menschen werden nach mehr staatlichen Befugnissen gegen Eigentümer verlangen, der seine verplante Bevölkerungspolitik gerne immer anderen anlasten will, wie es gerade in Hamburg gemacht wird.
Der Wert von sozialem Kapital, von funktionierenden Gemeinschaften wird verloren gehen, da niemand mehr an ein Gebiet und dessen Entwicklung gebunden ist, sich nicht für Investitionen dort interessiert und bei Kinderlosigkeit auch ein anderes Verhältnis zu territorialer Sicherheit hat. In Deutschland wird sich deswegen auch nie "Süßes oder Streich" zu Halloween im größeren Rahmen durchsetzen und immer auf Gegenden beschränkt bleiben, wo die Leute einander seit Jahren kennen(Dorf, Siedlung). Innenstädte sind dreckig weil dort niemanden der dort tatsächlich wohnenden irgendwas gehört und keiner ein Interesse hat eigene Zeit und Ressourcen zu investieren.


Proleten
Letztendlich wird sich die Gesellschaftsordnung dahin entwickeln, dass nur noch wenige ambitionierte Reiche eine eigene Agenda verfolgen und Familienbande formen werden, während die Mehrheit der Bevölkerung in der Mediokrität versinkt und sich auf wenn überhaupt noch in geringen Zahlen vermehren, deren Expertise im Umgang und mit der Aufzucht sehr eingeschränkt ist, eine natürliche Selektion aufgrund geringer Zahlen nicht mehr erfolgen kann und die auf die permanente Hilfe eines staatlichen Systems angewiesen sind. Als Proleten oder Plebs bezeichnet man eine Unterklasse die so arm ist, dass sie kein eigenes Eigentum besitzt. Der postmoderne Deutsche heute schleppt von Umzug zu Umzug diverse Relikte von Lebensmüll mit sich herum, tatsächliches Eigentum hat er allerdings nicht. Landbesitz wird vom Staat durch Grundsteuer sanktioniert, welche historisch betrachtet nur in Kriegszeiten erhoben wurde, und mittlerweile wird es auch immer unattraktiver ein Kraftfahrzeug zu besitzen, welches einige Politiker am liebsten gänzlich verbannen würden.

Diejenigen Menschen die noch ambitioniert sind werden sich in Konzernstrukturen zusammenfinden, Dynastien bilden und eventuell eine urbane Unterschicht für ihre eigenen Zwecke temporär manipulieren und bestechen, sich dafür nützlich zu machen.

Damals im Römischen Reich verschwindet mit der Bankrottierung der Bauern die kleine ökonomischen Einheit, auf der das römische Familienleben beruht. Nach der Vollstreckung in ihr verpfändetes Land bleiben diesen Bauern nur noch ihre proles (Kinder), nach dem Wegsterben dieser Proletarier wächst dann nichts mehr nach. Am Ende soll das Imperium zwischen Schottland und Persien 2000 Familien gehört haben. Auf immer größer werdenden Latifundien der erfolgreichen Konkurrenten hat gerade noch der Aufseher der Sklavenkaserne eine eigene Familie.
- Söhne und Weltmacht, Heinsohn, s.47

Bürgerrechte werden verschwinden, da diese Klasse von Plebs sich für den Staat der das Territorium schützt nicht mehr verbürgen können und derartige Rechte nicht verdient haben. Eine Aufteilung in eine Kaste von Herrenmenschen und ihren Sklaven, die nicht die Mittel und in den meisten Fällen auch gar nicht das Interesse daran haben frei und vollwertige Menschen zu sein, ist daher nur natürlich.


Kollaps
Eine Gesellschaft aus einer großen Masse von Unterpriviligierten und einigen wenigen extrem kostenaufwendigen Herrenmenschen kann äußeren Bedrohungen keinen Widerstand mehr leisten. Wenn demnächst die Babyboomer wegsterben wird sich für die jüngeren Einheimischen in Mitteleuropa erst zeigen, wie sehr sich die demografische Entwicklung tatsächlich schon verschoben hat. Bis dahin kann sich ihre Position von der Verfügbarkeit von Ressourcen entweder verbessern, oder verschlechtern. Bei Passivität wird sie sich verschlechtern, bei aktiven Maßnahmen kann eine Position geschaffen werden von der aus man sich zukünftig noch behaupten kann.

Das heißt für junge Menschen autonome Strukturen zu bilden die Ressourcen für die eigene Gruppe von außen generieren können und nicht von innen aufbrauchen. Atomatisierte Pseudo-Individualität macht eine kombinierte Agenda von mehreren Individuuen dabei fast unmöglich, weil sie an diesen Individuuen und deren Illusionen von multiplen Optionen scheitert. Diese scheinbaren Optionen bietet Ablenkung genug von der Tatsache, dass sich das gesellschaftliche Rahmenwerk längst aufgelöst hat, was die wieder die Grundlage für die Existenz solcher Optionen bietet. Man kann innerhalb einer Nationen irgendwann nicht mehr umziehen und die Distanz zu Versorgungsflüchtlingen suchen, weil diese überall angekommen sind auf ihrer Versorgungssuche.

Konkurrierende Strukturen zum Status Quo hätten daran ein Interesse einen über mehrere Dekaden andauernden Abstieg durch provozierte oder selbst ausgelöste Ereignisse auf einen kürzeren Zeitraum zu beschleunigen um den zeitbedingten Verlust von weiteren Ressourcen zu verhindern.



<Fortsetzung folgt>


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