Samstag, 17. Dezember 2016

Buchrezession: Lithauisches Guerrilla Handbuch


Das lithauische Verteidigungsministerium hat ein kurzes Handbuch herausgegeben, es sei erwähnt im Handbuch selbst wird angemerkt dies sei das dritte seiner Art, über Widerstand im Falle einer russischen Invasion.

Die kurze, gerade mal 77 Seiten dicke Lektüre, unterteilt sich in einen ersten Teil der Identifikation von Bedrohung und Gegenmaßnahmen, einen zweiten Teil von Widerstandstechniken und einen dritten Teil von Überlebenstechniken, alle Teile versehen mit großen Bildern, zu denen es keinen Text gibt. Hier ist es als PDF zu finden und der Titel heißt auf deutsch soviel wie "Was wir über Widerstand wissen müssen - Ratgeber für aktive Maßnahmen".

Ich werde allerdings nicht auf das Handbuch selbst eingehen, da es sehr kurz ist mit wenigen Informationen und bei seinem Informationswert ungefähr auf einer Stufe mit der Werwolf Winke steht.

Die lithauischen Streitkräfte umfassen um die 15.000 aktive Soldaten, was insgesamt gerade mal der Stärke einer kleineren Division entspricht. Gehen wir davon aus, dass davon nur 1/8 Kampftruppe ist, dann hat Lithauen nicht mal 2000 Soldaten für den Fronteinsatz, also unter der Sollstärke einer einzigen Brigade.
Eine lithauische Armee existiert also nicht wirklich und es macht daher Sinn andere Methoden des Widerstandes anzustreben. Das Land selbst ist etwas kleiner als Bayern und besteht zu einem großen Teil aus schlechten Straßen und unkultivierter Natur, ist dabei aber fast vier mal so groß wie das kleine Tschetschenien.
Das Problem ist allerdings, dass die Lithauer nicht mal drei Millionen sind in der Zahl und diese jedes Jahr auch um etwas mehr als 1% abnimmt, da mehr Leute sterben und abwandern, als geboren werden. Die Geburtenrate liegt gerade mal bei mageren 1,59 und das Durchschnittsalter bei 43 Jahren, wobei alte und unfruchtbare Weiber in ihrer Zahl klar vor den Männern liegen. Ein sterbendes Volk macht sich also darüber Gedanken, wie es seinen eigenen Niedergang noch verteidigen kann. Das Handbuch ist daher wohl eher eine Durchhalteparole die viel eher nationale Identität untermalen soll, als wirklich Informationen zu liefern. Allerdings ist das wieder zu wenig, zu spät.

Wenn ich also so dieses Handbuch lese mit seinen vielen Bildern und generellen Informationen, dann kommt mir das vor als sehe ich die Szenerie einer Familie deren Mutter unheilbar herzkrank ist und im sterben liegt, während die Tochter dem Vater ein Herz aus Knetmaße geben will; "ich hab Mami ein neues Herz gemacht, wird Mami jetzt wieder gesund?"






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