Mittwoch, 15. März 2017

Mörder von Morgen


Zwei Beispiele für Charaktere die wir in Zukunft öfter sehen werden


Ich möchte mich hier kurz mit zwei Beispielen befassen von Charakteren die typisch sind für den Zustand von verfallenden Gesellschaften und was sich in den Verbrechen wiederspiegelt die sie begehen und begehen wollen. Der eine Fall ist der des Mörders von Henne Marcel H., der andere Fall Sascha L., der Salafist der vor kurzem noch Neonazi war und es nicht geschafft hat über die Planungsphase hinaus irgendwen umzubringen.


Im Fall von Marcel H., welcher in Henne erst einen Neunjährigen und dann einen 22-Jährigen Bekannten ermordet hat, haben wir ein Profil welches geschaffen wurde von kaputten Institutionen und einen Killer, welcher wieder das eigene Umfeld angegriffen hat, wie es in seiner Extremität bei School Shootern zu sehen war. Über die Eltern von Marcel H. hat man bisher nicht viel erfahren, außer dass sie von der Polizei zum Schutz an einen geheimen Ort gebracht wurden. Ich nehme allerdings an, dass es sich um die typischen vertrottelten Babyboomer handelt und Marcel H. ein Einzelkind war welches ohne wirkliche Motive von seinen Eltern geschaffen wurde als Anhängsel ihre eigene Beziehung zu unterstreichen und an dem Kind selbst und dessen Formung kein großes Interesse bestanden hat.
Auf der anderen Seite, der Familie des ersten Opfers, haben wir eine Mutter die als neuen Partner und Stiefvater des Neunjährigen einen Biker von den Bandidos ausgewählt hat. Das wird schon so eine Mutter sein. Die Ironie ist natürlich extrem wenn Typen mit Tatowierungen im Gesicht ihre Sympathie für die Familie des Opfers bekunden, denn sie sind die Marcel H.s von gestern.
Denn genau wie Marcel H. sich das Internet herausgesucht hat um dort unter Leuten Anerkennung zu erfahren schließen sie sich in kleinen Subgemeinschaften zusammen die ihnen bieten können, was ihre Ursprungsgemeinschaft nicht bieten kann.


Der zweite Fall, der des Salafisten Sascha L. aus Northeim, zeigt einen jungen Mann der vor kurzem noch Neonazi war und, wenn es sich nicht um eine strategische Entscheidung handelt Verbrechen unter einem anderen Banner zu begehen als dem eigenen, einen der sich dem Feind angeschlossen und gegen das gestellt hat was er vor kurzem noch beschützen wollte. Am Anfang dachte er sich vielleicht noch, dass Deutschland oder seine Vorstellung davon etwas sei was zu verteidigen wert ist, bis er selbst damit isoliert wurde und sich mit einer absurden Situation konfrontiert sah etwas schützen zu wollen, was ihn verachtet. Sein Profil zeigt ebenfalls einen zurückgezogenen Einzelgänger. Sein Plan Soldaten und Polizisten mit Bombenanschlägen töten zu wollen war ziemlich dämlich, zeigt allerdings die Transformation von einem Idealisten, welcher sich ein Deutschland vorstellen wollte wie es sein sollte, zu einem aktiven Nihilisten, welcher das Deutschland zerstören wollte das Realität ist.


Beide junge Männer sind Eigenfabrikationen einer kaputten Gesellschaft mit disfunktionalen Institutionen von der Familienebene auf an und beide fangen an diese Gesellschaft zu kannibalisieren, wobei es überhaupt nicht wichtig ist wo sie damit ansetzen. Wer sehen will wo der Kollaps von Zivilisationen beginnt, der suche nicht zuerst auf dem Finanzmarkt oder den Parlamenten, sondern hier. Alles andere sind Symptome gegen die wir letzendlich machtlos sind weil sie eine gesellschaftliche Rolle erfüllen das Syndrom zu korrigieren. Diese Tatsache konfrontiert uns mit unangenehmeren Tatsachen als die Existenz von isolierten Killern. Auf die empörten und schockierten Fragen nach dem Warum will man überhaupt keine Antworten hören.

It is human nature to seek culpability in a time of tragedy.
It is a sign of strength to cry out against fate, rather than to bow one's head and succumb.
- Captain Angelos, Dawn of War 2: Retribution


Wie ich bereits in der Vergangenheit erklärt habe ist der Islamische Staat in seiner Rekrutierung eher eine Terror-Agentur als eine Terror-Organisation ist, da er diese Charaktere wie sie erwähnt wurden anlocken und ihr Potential abschöpfen kann, wofür sich die Gesellschaft die sie produziert hat zu fein ist. Man muss solche Leute nicht großartig Indoktrinieren oder zum Hassen erziehen, denn Hass haben sie selbst genug, man muss sie nicht Ausbilden sondern lediglich in eine Richtung schicken und dann schauen dass man aus dem Weg geht wenn es knallt.





1 Kommentar:

  1. Wenn die Bandidos den dürren Loser im Knast ermorden lassen, könnten sie zeigen, dass sie mehr sind als nur alte Männer in Leder, die ihre Betroffenheit bekunden wollen.
    Bin gespannt ob da noch was kommt.

    Alles in allem war die ganze Affäre ein ziemlicher Gewinn; zwei nicht sonderlich intelligente Loser und ein Justin weniger.
    Mehr Killer bitte.

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