Montag, 3. April 2017

Versorgung im Feld


Kaum etwas ist so essentiell wichtig für die allgemeine Moral wie die Verpflegung mit Nahrungsmitteln. Im ersten Band der Reihe Gefechtstechniken von Major von Dach heißt es dazu unter anderem:

- Mahlzeiten im Feld nur kurz und einfach (z.B. heisse Suppe, Brot und Käse). Abends in der Unterkunft dafür reichlich und in Ruhe. Zeit belassen für Essen.
- Der Tagesoffizier muss die Mannschaft täglich bezüglich Essen befragen (Menge, Qualität, ob die Speisen warm auf den Tisch kommen).
- Offiziere sollen immer dasselbe essen wie die Mannschaft.
- Keine Bevorzugung der Offiziere oder besonderer Chargen (z.B. Küchenmannschaften) dulden.
- Wenn etwas besonders Gutes zur Verfügung steht, aber mengenmässig nicht für alle Kompanieangehörigen ausreicht, ist es den Leuten mit dem strengsten Dienst abzugeben (z.B. Wache, Aussenposten usw.).
- Offiziere und höhere Unteroffiziere sollen wenn möglich zusammen essen. Hierbei klärt sich beim zwangslosen Gespräch manches von selbst. Aber keine Befehle während dem Essen erteilen.

Wie ich in der Vergangenheit immer wieder erwähnt habe taugen MRE Packete wie sie von Militärs verwendet werden eigentlich nicht für Gruppierungen die nicht die enormen logistischen Kapazitäten und finanziellen Mittel von diesen Militärs besitzen. Es ist daher sinnvoller auf günstigere Alternativen wie C-Rationen(Konserven), K-Rationen(Zwieback), Trockenfleisch, Nüsse und sowas zurückzugreifen und das aufzurunden damit, dass eine Verpflegung mit Frischwaren vorort stattfindet.

Ein Beispiel wie aus einem Küchenbetrieb direkt Truppen an der Frontlinie versorgt werden. Hier wird ein für die arabische Kochregion typisches Reis und Hähnchen Gericht in Frischhaltefolie zubereitet und direkt ausgeliefert. Die Versorgung mit Fleisch ist ein wichtiger moralischer Faktor, auch wenn die hier gezeigten Bilder natürlich zu Propagandazwecken erstellt wurden. Bei den Kurden gibt es meistens nur Reis mit irgendeiner Soße. Eine solche Versorgung macht es allerdings auch notwendig Gebiete zu halten und nicht ständig in Bewegung zu sein. Die Rationen verschiedener Rebellengruppen bestehen oft aus Hilfspacketen der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi Arabien. Während des Afghanistankrieges gegen die Sowjets wurden die Mujahideen verpflegt mit Packeten von Flugzeugfertiggerichten der Emirate Airlines.

Charlie didn't get much USO. He was dug in too deep or moving too fast. His idea of great R&R was cold rice and a little rat meat. 
- Apocalypse Now


Hierbei sei erwähnt, dass langsames Essen die Verdauung schonen soll, da in Modernen Bewegungskriegen der Mensch einem Stressfaktor ausgesetzt ist, sich oft spontan in Bewegung versetzen zu müssen, was bei vielen Menschen zu Magengeschwüren führen kann.


- Schlechte Qualität
Ich bin am Verhungern! Nur dieses madige Brot und das seit drei stinkenden Tagen!
Die Versorgungslage bei den meisten Kräften in Syrien ist schlecht und das wirkt sich auf die Moral aus.

https://magpie68.wordpress.com/2017/02/08/the-astana-conference-a-step-on-the-road-to-peace-or-another-turn-of-the-carousel/
Dieses Bild soll angeblich die Rationen zeigen, die den syrischen Soldaten welche zur Verteidigung von Palymra abgestellt wurden zugeteilt wurden. Ein paar faule Kartoffeln und Eier. Die Authentizität lässt sich zwar bestreiten, doch kommt es oft genug vor dass bspw. alawitische Truppen die sunnitische Nachbarschaften verteidigen sollen und dabei unterversorgt sind einen so geringen Moralpegel haben, dass sie einfach abhauen wenn der Feind aufkreuzt.
Dazu kommt, dass solche Truppen bei schlechter Versorgungslage die Gebiete plündern, welche sie eigentlich verteidigen sollten.

Bei großen Formationen ist vom Großteil der Truppen nicht zu erwarten, dass es sich hierbei um echte True Believer Kriegertypen handelt die fanatisch ein Ziel verfolgen und dafür eben ein bisschen Hungern werden.



Siehe auch:
Vorratshaltung
Hunger


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen